Mit Video: Amprion-Schwertransport ein letztes Mal im Kreis Olpe unterwegs
Trafo soll Zielort am Freitag erreichen
- Kirchhundem, 11.12.2025
- Straße & Verkehr , Verschiedenes
- Von Nils Dinkelund Kerstin Sauer
Kirchhundem/Lennestadt. Der 300-Tonnen schwere Trafo des Unternehmens Amprion setzt sich am Donnerstagabend, 11. Dezember, wieder in Bewegung. Um 20 Uhr soll die Fahrt am Hundem-Lenne-Center starten. Sein abschließendes Ziel wird er allerdings noch nicht erreichen.

Update von Donnerstag, 11. Dezember, 11 Uhr:
Interessierte könnten noch besonders an zwei Punkten in Altenhundem auf ihre Kosten kommen: Zunächst an der Abbiegung von der Hundem- zur Helmut-Kumpf-Straße. Hier wird der Schwertransporter laut Amprion-Projektsprecher Michael Weber zunächst noch geradeaus fahren. Nach einem Rangiermanöver soll er dann schließlich abbiegen.
Anschließend spannend wird es an der einige hundert Meter später folgenden Brücke. Die Vorarbeiten an diesem für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen gesperrten Bauwerk sollen gegen 14 Uhr starten. Die Brücke wird mit einem Überflieger ausgestattet, sodass Brücke und Schwertransporter bei der Überfahrt nicht miteinander in Berührung kommen. Dann ist der Bereich für den Verkehr vollgesperrt.

Von Altenhundem geht es dann über die Bundesstraße bis nach Gleierbrück. Hier biegt der Konvoi nach Links in Richtung Bracht ab. Seinen Zielort zur Schalt- und Umspannanlage Arpe soll der Schwertransporter am Freitag, 12. Dezember, erreichen.
Auch im HSK müssen vor der Fahrt über eine Brücke noch Vorarbeiten stattfinden. Der Trafo wird in der Zwischenzeit im Bereich Felbecke abgestellt. Die abschließende Route soll um 14 Uhr starten – die Ankunft am Zielort ist für 17 Uhr geplant.
Update von Mittwoch, 10. Dezember, 9 Uhr:
Eigentlich sollte der riesige 300-Tonnen-Trafo in der Nacht auf Dienstag, 9. Dezember, seinen Weg von Kirchhundem nach Altenhundem antreten. Die Vorarbeiten liefen stundenlang – der Andrang war groß, die Spannung greifbar. Doch der spektakulär angekündigte Schwertransport endete unerwartet: mitten auf der Hundemstraße. Am Dienstagabend ging die Reise dann aber doch weiter.
Ab 18.30 Uhr wurde es wuselig in der Kirchhundemer Hundemstraße: Lkw wurden manövriert, Fahrzeuge umgeparkt, zahlreiche Schaulustige säumten den Straßenrand. Die fleißigen Mitarbeiter brachten sich in Stellung und jeder übernahm seine Aufgabe.
Bis zuletzt ließen sie noch Pkw vorbeifahren, bis um 19 Uhr Schicht war: Im Schritttempo machte sich der Schwertransport auf den Weg. Mittendrin der 300-Tonnen-Trafo, zusätzlich „gestützt“ von einem Fahrzeug, um das Gewicht noch besser zu verteilen.
Nur anderthalb Stunden später kam die Nachricht: Die Straßen sind wieder frei – der Schwertransport hatte sein zweites Ziel, den Parkplatz bei Zoo & Co in Altenhundem, erreicht.
Am Donnerstag, 11. Dezember, geht es nun weiter – und es wird nochmal spannend: Dann soll der 300-Tonnen-Koloss die Brücke Helmut-Kumpf-Straße überqueren, die seit Jahren für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist.
Update von Dienstag, 9. Dezember, 16.15 Uhr: Auf Anfrage bei Amprion-Projektsprecher Michael Weber gab dieser bekannt, dass sich der Schwertransport nun am Dienstagabend, 9. Dezember, um 19 Uhr auf den Weg Richtung Altenhundem machen soll – die Strecke, die er eigentlich schon in der Nacht zu Dienstag hinter sich bringen sollte. Derzeit steht der Transformator auf der Hundemstraße in Kirchhundem, die daher immer noch gesperrt ist.
In Schrittgeschwindigkeit wird sich der Schwertransport am Abend auf den Weg machen. Laut Weber kann es daher zu Behinderungen und Sperrungen im Straßenverkehr kommen.
Ursprünglicher Bericht von Dienstagmorgen, 9. Dezember: Bereits am Montagabend, 8. Dezember, herrschte Ausnahmezustand rund um den Bahnhof in Kirchhundem. Ab 19 Uhr wurden Platten ausgelegt, um den maroden Kanal „Am alten Hammer“ zu entlasten. Parallel fanden Arbeiten auf der gesperrten Hundemstraße statt.
Zahlreiche Fahrzeuge rangierten millimetergenau, Arbeiter erledigten letzte Abstimmungen, während sich am Straßenrand immer mehr Schaulustige einfanden – manche mit Snacks, manche mit Getränken, fast wie bei einem Open-Air-Event.
„Nicht ganz Alltag“, kommentierte ein Mitarbeiter augenzwinkernd. Gegen 21 Uhr rollte das ferngesteuerte, selbstfahrende Schwerlastfahrzeug – gesteuert von Daniel Sobczynski (Firma Kahl) – endlich los. Regen setzte ein, doch laut Amprion-Mitarbeiter André Krause sei das „klassisches Schwertransport-Wetter“.
Kabel mussten angehoben, enge Kurven mit Feingefühl gemeistert werden. Gegen 21.15 Uhr erreichte der Transport unter dem Blitzlicht zahlreicher Smartphones die Hundemstraße. Nachdem der erste Teil des Transportes geglückt war, endete die Fahrt jedoch abrupt.

„Wir sind gerade dabei, das neu zu organisieren“, erklärte Amprion-Projektsprecher Michael Weber am Dienstagmorgen. Für die Überquerung zweier Brücken sei ein zusätzliches Spezialfahrzeug nötig – und genau dieses müsse repariert werden. Eine kurzfristige Weiterfahrt sei deshalb nicht möglich gewesen.
Der gigantische Trafo steht nun weiterhin auf der gesperrten Hundemstraße. Der Verkehr wird über den Bahnhofsweg umgeleitet. „Manchmal liegt der Fehler im Detail, den man vorher nicht sieht“, so Weber. „Wir schauen, wie wir gut mit der Situation umgehen.“
Während das technische Problem für eine unerwartete Pause sorgt, überwiegt bei vielen Anwohnern der Eindruck eines faszinierenden Abends. Ein 77-jähriger Bewohner der Straße „Am alten Hammer“ zeigte sich begeistert:
„So einen Rummel habe ich hier noch nie erlebt. Die Arbeiter haben bombig gearbeitet, es gab keinen Ärger – eine sehr nette Truppe.“ Er sprach von „einmaligem Hand-in-Hand-Arbeiten mit exzellenten Fahrern und super Rangierkünsten.“
Wann der Schwertransport seine Reise nach Altenhundem fortsetzen kann, ist noch offen. Für Spannung sorgt der 300-Tonnen-Gigant aber schon jetzt genug.
