„Meine zweite Heimat: Warum Norwegen für mich so besonders ist“
Lara Benkendorf aus Selbecke liebt das Land im hohen Norden
- Kirchhundem, 23.01.2026
- Verschiedenes
Selbecke. Als Anfang der Woche Polarlichter über dem Kreis Olpe erstrahlten, war eine junge Frau besonders begeistert: Lara Benkendorf aus Selbecke ist ein großer Norwegen-Fan – ein Land, das weltbekannt ist für seine Polarlichter. „Dieses faszinierende Naturphänomen am Nachthimmel zu erleben, ist ein unbeschreiblicher Moment und sorgt jedes Mal für echte Gänsehaut. Wenn die grünen und violetten Lichter über den Himmel tanzen, fühlt es sich fast magisch an – ein Augenblick, den man nie vergisst“, schreibt die 22-jährige Selbeckerin in ihrem Artikel.

„Norwegen ist ein Land, zu dem ich eine ganz besondere Verbindung habe, denn ein großer Teil meiner Familie lebt dort.
Schon als Kind bin ich mit der norwegischen Kultur aufgewachsen. Meine erste Tracht bekam ich mit vier Jahren von meiner Tante geschenkt. Sie ist Meisterschneiderin und hat mir beide Trachten selbst genäht. Die Tracht trägt den Namen „Elisabethdrakt“ – auf Deutsch „Elisabethtracht“. Darauf bin ich sehr stolz.

Viele meiner schönsten Kindheitserinnerungen stammen aus Norwegen. Mit meinen Eltern war ich mehrmals mit dem Wohnmobil unterwegs. Ob beim Angeln mit meinem Papa, Bootsausflügen mit meinem Onkel oder beim Erkunden der beeindruckenden Natur – schon damals entstand meine Liebe zu diesem Land. Seitdem war ich viele Male dort und hoffe, dass noch viele Besuche folgen werden. Manchmal sage ich sogar: Vielleicht wandere ich eines Tages nach Norwegen aus.
Besonders schätze ich die Menschen dort: Sie sind offen, herzlich und entspannt – nicht so verbissen, wie man es oft aus Deutschland kennt. Auch die Esskultur ist ganz anders. In Norwegen gibt es zum Beispiel nicht den klassischen Metzger – stattdessen kauft man vieles im Supermarkt, wo dafür eine große Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten zu finden ist.
Die Norweger lieben außerdem Süßes, für mich manchmal sogar etwas zu süß. Ein typischer Klassiker ist die Waffel mit braunem Käse, die ich dort lieben gelernt habe – am liebsten noch mit etwas Marmelade obendrauf. Besonders liebe ich auch Lefse mit Zucker und Zimt.

Ein Highlight ist immer der 17. Mai, der norwegische Nationalfeiertag. Es ist ein ganz besonderer Tag, an dem Menschen jeden Alters zusammenkommen, ihre Trachten tragen und gemeinsam feiern. In Städten wie Trondheim gibt es große Paraden und Umzüge.
Wer Natur und Idylle liebt, ist in Norwegen genau richtig. Das Land bietet eine beeindruckende Vielfalt: Meer, Fjorde, Berge und Wasserfälle. Besonders faszinierend sind die Wasserfälle am Geirangerfjord, die sogenannten „Sieben Schwestern“.
Die Norweger nutzen den kurzen Sommer intensiv, um Kraft zu tanken, da der Winter lang ist und die Tage kürzer sind. In manchen Regionen bleibt es dank der Mitternachtssonne auch nachts noch taghell. Im vergangenen Jahr haben wir beim Angeln völlig die Zeit vergessen – erst um zwei Uhr morgens bemerkten wir, wie spät es eigentlich schon war.

Die Winter sind ganz anders, als man es aus Deutschland kennt: An Weihnachten 2024 lag der Schnee mehr als einen Meter hoch, und an einem Tag hatten wir sogar minus 20 Grad.
Norwegen ist für mich ein Land voller Emotionen, Erinnerungen und Schönheit. Ob Sommer oder Winter – es ist ein traumhaftes Reiseziel, besonders für Menschen, die Camping und Natur lieben. Ich bin sehr dankbar für dieses Privileg, so eng mit diesem Land verbunden zu sein. Schon im Februar geht es für mich wieder nach Norwegen – und es ist für mich jedes Mal so, als wenn ich nach Hause komme.“
