Marcel Fischer aus Hofolpe mit Spießrutenlauf bei Deutscher Post

„Wo ist mein Einschreiben?“


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Den Fahrzeugbrief per Einschreiben zusenden lassen? Das wird sich Marcel Fischer künftig kräftig überlegen. von Nils Dinkel
Den Fahrzeugbrief per Einschreiben zusenden lassen? Das wird sich Marcel Fischer künftig kräftig überlegen. © Nils Dinkel

Hofolpe. Der 19-jährige Marcel Fischer aus Hofolpe ist sauer: Vor einigen Wochen hatte er im Internet ein Auto aus Bergkamen gekauft. Der Verkäufer sandte den Fahrzeugbrief per Einschreiben mit der Deutschen Post zu. Darauf wartet Fischer bis heute. Beruflich ist Fischer jedoch auf das Fahrzeug angewiesen.


Das Einschreiben sollte am 2. August übergeben werden. Da war der 19-Jährige jedoch arbeiten, so wie alle anderen Hausbewohner. Tags darauf hätte er das Einschreiben bei der Post-Filiale in Kirchhundem abholen können. Da diese täglich nur drei Stunden öffnet, schaffte es der angehende Krankenpfleger, der Tag für Tag die Pflegeschule in Rhode besucht, erst am Montag, 4. August, hierher.

Hier stand Fischer jedoch vor verschlossenen Türen. „Die Filiale hatte für drei Wochen geschlossen“, so Fischer. Als nächste Filiale wurde ihm die Post in Altenhundem vorgeschlagen. Aber auch hier war sein Einschreiben mit dem Fahrzeugbrief, der für die Kfz-Anmeldung unabdingbar ist, nie angekommen.
Post in Altenhundem hilflos
Tag für Tag ging er in der Altenhundemer Filiale ein und aus. Aber Fischers Einschreiben war nie dabei. „Sie haben mir dort gesagt, der Kollege aus Kirchhundem hätte Urlaub und man hätte keinen Ersatz gefunden“, so Fischer. An der Kundenhotline habe man den jungen Mann vertröstet: Er müsse warten, bis die Filiale wieder öffnet und er solle dann sein Einschreiben abholen. „Dass ich das Auto dringend brauche, hat keinen interessiert“, sagt der angehende Krankenpfleger.
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„Immerhin konnte ich das Auto meines Vaters nutzen. Mit dem Bus hast du morgens kaum eine Chance, von Hofolpe nach Rhode zu kommen“, erklärt Fischer. Als die Kirchhundemer Filiale am Montag, 27. August, wieder öffnete, staunte Fischer nicht schlecht: „Der Mitarbeiter sagte mir, dass das Einschreiben bereits in die Rücksendung gegeben worden sei. Laut meiner Karte hatte ich sieben Werktage Zeit, meine Sendung abzuholen. Dass der Mann Urlaub hatte, ist nicht meine Schuld. Also hätte ich nach meiner Rechnung noch einige Tage Zeit haben müssen“, ärgert sich der 19-Jährige.
Einschreiben weiterhin vermisst
Wo sein Einschreiben bzw. sein Fahrzeugbrief abgeblieben ist, weiß er immer noch nicht. „Die Sendungsverfolgung ist nicht mehr verfügbar. Beim Verkäufer ist auch noch nichts angekommen“, sagt der Hofolper. Der sei im Übrigen sehr nett. „Das Fahrzeug kann noch auf seinem Gelände verweilen. Das ist nicht selbstverständlich“, so Fischer.

Auch der Verbraucherzentrale habe er seinen Fall geschildert. Aber auch hier mahlen die Mühlen langsam. Fischer jedenfalls ist froh, wenn der Spießrutenlauf endlich ein Ende hat und endlich mit seinem neuen Auto fahren kann. „Ich bin schon sauer. Man kauft sich ein Auto, um es dazuhaben. Man kauft es und man braucht es“, so der Hofolper abschließend.
Post entschuldigt sich
LokalPlus hat den Pressesprecher der Deutschen Post, Alexander Böhm gesprochen. „Das ist natürlich ganz übel. Normalerweise werden Sendungen aus einer Filiale herausgeholt und zugestellt oder in einer anderen Filiale untergebracht, wenn eine Filiale über einen solch langen Zeitraum geschlossen bleibt.“ Wenn das nicht ginge, sei die Lagerfrist normalerweise länger.

Da das Geschäft von einem Einzelhändler betrieben werde, sei natürlich in diesem Fall mit einem Schlüssel nicht zu rechnen gewesen und die Lieferungen könnten nur während der Öffnungszeiten gebracht und geholt werden. „Wir versuchen so zu handeln, dass der Kunde nicht hinterher laufen muss. Irgendwie hat das nicht geklappt“, so Böhm. Bei der Filiale scheine es sich um einen Interimsstandort zu handeln. Einen Ersatz zu finden sei nicht immer einfach.

„Diesen Schaden können wir leider nicht heilen. Der Versender muss die Sendung nochmal neu auf die Reise geben, damit die Sendung dann zugestellt werden kann. Da hat jemand tief und fest geschlafen und das hätte nicht sein sollen“, so der Post-Pressesprecher. „Ich entschuldige mich in aller Form und werde an entsprechender Stelle darauf hinweisen, dass das nicht mehr passieren darf“.
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