„Man sollte den Flüchtlingen mit mehr Offenheit begegnen“

Leserbrief zum Schreiben aus Heinsberg


Symbolfotos Leserbrief von Grafik: Sophia Poggel
Symbolfotos Leserbrief © Grafik: Sophia Poggel

Heinsberg/Oberhundem. Der Vorstand des Elternvereins Kindergarten Kuckucksnest in Heinsberg hatte vergangene Woche einen Brief an den Bürgermeister und den Gemeinderat Kirchhundem geschickt (LP berichtete). Darin geht es um die mögliche Flüchtlingsunterkunft in Heinsberg und darum, diese kritisch zu überdenken. Dazu erreichte die LP-Redaktion folgender Leserbrief:


„Der Brief an den Bürgermeister und den Rat der Gemeinde Kirchhundem zur geplanten Flüchtlingsunterkunft in Heinsberg mit der Stellungnahme einiger Eltern hat mich ziemlich befremdet. Dort wird unterstellt, dass durch eine Flüchtlingsunterkunft im Ort die Sicherheit der Kinder gefährdet sei.

Worauf gründet sich so ein Vorurteil? Es basiert wohl auf der immer mehr zunehmenden Angst vor Fremden. Wer jedoch den Kontakt zu Geflüchteten nicht scheut, kommt zu anderen Schlussfolgerungen.

Helferkreis gegründet

So waren in Oberhundem in den Jahren 2015 und 2016 viele Geflüchtete in der ehemaligen Jugendherberge und ebenfalls in der Turnhalle untergebracht. Durch eine einfache menschliche Geste von Margot Schauerte - sie lud ihr Auto mit einigen Kartons mit Lebensmitteln und brachte diese in die ehemalige Jugendherberge - war das Eis schnell gebrochen.

Es gründete sich ein Helferkreis und vielfältige Kontakte zu den Geflüchteten wurden geknüpft. Ich selbst habe ein regelmäßiges Fußballtraining mit den Geflüchteten geleitet und dabei viel Positives erfahren.

Gleiche Eigenschaften

Man sollte den Flüchtlingen mit mehr Offenheit begegnen. Ein wohlwollendes Entgegenkommen wird in der Regel auch mit Wohlwollen beantwortet. Zurecht beklagen die Briefeschreiber die fehlende Infrastruktur im Ort und die unzureichende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Eine nette Geste könnte es sein, einem Geflüchteten eine Mitfahrgelegenheit anzubieten.

Wenn man sich einmal “überwindet“ und sich auf Menschen fremder Herkunft einlässt, wird man schnell merken, dass sie zwar andere Traditionen und Bräuche pflegen, aber im Wesentlichen die gleichen menschlichen Eigenschaften besitzen wie man selbst."

Ralf Beckmann, Oberhundem

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