Kirchhundem zwischen finanziellen Fesseln und mutigen Investitionen
Haushaltsplan 2026 verabschiedet
- Kirchhundem, 20.02.2026
- Politik
- Von Lorena Klein
Kirchhundem. Der Rat der Gemeinde Kirchhundem hat am Donnerstagabend, 19. Februar, mit großer Mehrheit den Haushaltsplan für das Jahr 2026 beschlossen. Wegen immer teurer werdenden Pflichtausgaben und -aufgaben für die Kommunen sieht sich auch Kirchhundem zunehmend finanziell eingeschränkt. Klar ist aber ebenso: In wichtige Projekte muss weiterhin investiert werden.

Ihre Sicht und ihre Ansätze für das Haushaltsjahr 2026, dessen Planentwurf im Dezember eingebracht worden war, schilderten die vier Fraktionsvorsitzenden in ihren Haushaltsreden. Die „strukturelle Unterfinanzierung“ der Kommunen war dabei ein Thema, das über der gesamten Haushaltsberatung und auch über diesem Abend schwebte.
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„Der Haushalt 2026 ist erneut in weiten Teilen fremdbestimmt“, betonte Michael Färber, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Steigende Pflichtaufgaben, hohe Umlagen, tarifliche Entwicklungen sowie zusätzliche gesetzliche Vorgaben schränken die Gestaltungsmöglichkeiten erheblich ein. Die Spielräume für politische Schwerpunktsetzungen werden dadurch immer enger.“
Allerdings, so hob Michael Färber ebenfalls hervor, habe sich Kirchhundem in den vergangenen Jahren auch positiv entwickelt und stehe nun auf einem stabileren Fundament. Eine wichtige Säule seien dabei die Gewerbeflächen. „Für die Zukunft Kirchhundems wird es entscheidend sein, unsere Gemeinde nicht nur als attraktiven Arbeitsstandort, sondern auch als lebenswerte Heimat weiterzuentwickeln.“


Wie eine „Dauerschleife“ wirke die finanzielle Situation mit zu wenig Einnahmen und steigenden Ausgaben für die Kommune, meinte UK-Fraktionsvorsitzender Christoph Henrichs. Er nutzte seine Rede auch, um auf die Zusammenarbeit im Gemeinderat einzugehen. „Im Großen und Ganzen ist die UK-Fraktion mit der Arbeit des Bürgermeisters zufrieden“, so Henrichs.
Auch die Gemeindeverwaltung gebe ihr Bestes und es herrsche ein konstruktives Miteinander im Rat. Dabei dürften die Sitzungen aber auch keine „Knuddelstunde“ werden – unterschiedliche Meinungen sollten ausgesprochen und diskutiert werden. Die UK, so der Fraktionsvorsitzende, sehe sich als zweitgrößte Ratsfraktion dabei außerdem als „Kontrollorgan“, das die Arbeit der CDU beleuchtet, die eine absolute Mehrheit hat.
„Aus Sicht der SPD-Fraktion ist dieser Haushalt kein Haushalt der großen Zukunftsentscheidungen, sondern ein Haushalt des Verwaltens, des Reagierens und vielfach auch des Verschiebens“, ging SPD-Fraktionschef Manuel Behle auf die finanziellen Herausforderungen ein.

Doch er verdeutlichte: „Trotz der angespannten Lage ist es uns wichtig, gezielt dort zu investieren, wo es den Menschen direkt zugutekommt. Dazu gehören Bildung, Betreuung, Ehrenamt – und ganz ausdrücklich auch Sport und Vereinsleben.“ Behle lobte den kürzlich gefassten Beschluss, in die Sanierung von Fußballplätzen zu investieren. Und auch alle anderen Vereine gelte es im Rahmen des Möglichen zu unterstützen.
Eine etwas andere Note hatte die Haushaltsrede des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Mike Warnecke. „Der Gemeinde Kirchhundem geht es besser, als es häufig dargestellt wird“, so seine Sicht auf die Lage. „Wir haben in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet. Wir haben Rücklagen aufgebaut. Wir haben uns Handlungsspielräume erarbeitet.“
Deshalb könne die Gemeinde auch jetzt investieren – und dabei solle „Zukunftsfähigkeit“ die Entscheidungsgrundlage bilden. Als Beispiele nannte Mike Warnecke die Entwicklung von Gewerbeflächen, mehr Fokus auf Klimaschutz und das Straßennetz.
Ursprünglich hatte die Grünen-Fraktion drei Anträge zum Haushalt vorbereitet. Da es im Rat zu einigen Punkten aber noch Klärungsbedarf gab, werden diese noch einmal neu formuliert und dann in den Fachausschüssen thematisiert.
Mit 23 Ja- gegen vier Nein-Stimmen (Grüne und CDU) wurde der Haushaltsplan 2026 verabschiedet. Bürgermeister Björn Jarosz betonte, dass in Kirchhundem die Parteien der Mitte die Möglichkeit hätten, den Menschen zu beweisen, dass sie gemeinsam diskutieren und entscheiden können. Und damit zu zeigen, so Jarosz, „dass Extreme im Gemeindegebiet auch in Zukunft keine Chance haben“.
