Angespannte Finanzlage in Kirchhundem - Rücklage bald aufgebraucht
Etatentwurf vorgestellt
- Kirchhundem, 19.12.2025
- Politik
- Von Hartmut Poggel
Kirchhundem. Der Haushalt der Gemeinde Kirchhundem weist für das Jahr 2026 ein Minus von rund 5,5 Millionen Euro aus. Einnahmen von 29,2 stehen Ausgaben von 35,9 Millionen Euro gegenüber. Nach Abzug des „globalen Minderaufwands“ von zwei Prozent der Ausgaben ergibt sich der genannte Betrag. Das Defizit wird noch durch die vorhandene Ausgleichsrücklage gedeckt, sodass der Etat fiktiv ausgeglichen ist.

Saskia Finke, Kämmerin der Gemeinde Kirchhundem, fand in der Ratssitzung am Donnerstag, 18. Dezember, deutliche Worte. Der Etatentwurf sei „auch weiterhin geprägt durch eine strukturelle Unterfinanzierung“, bedingt durch auf Landes- und Bundesebene beschlossene Vorgaben und Aufgaben, ohne dass deren Finanzierung vollständig sichergestellt sei. Leidtragende seien am Ende die Städte und Gemeinden.

21,5 Millionen Euro der Einnahmen entfallen auf Steuern und Abgaben, darunter die Gewerbesteuer mit veranschlagten 9,5 Millionen Euro. Dem stehen als größte Posten auf der Ausgabenseite die Kreisumlage in Höhe von 13,5 Millionen Euro und Personalaufwendungen von 7,1 Millionen gegenüber.

2026 will die Gemeinde 12,4 Millionen Euro investieren. Die größten Positionen sind der Ausbau der Eichholzstraße in Heinsberg mit 2,18 Millionen Euro, die Erneuerung von vier Brücken mit 1,63 Millionen Euro und der barrierefreie Haltestellenumbau mit 800.000 Euro. Zur Finanzierung der Investitionen sollen Kredite in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro aufgenommen werden.
Saskia Finke machte deutlich, dass – ausgehend von den Haushaltsjahren 2024 und 2025 – die Ausgleichsrücklage bis 2028 „vollständig aufgezehrt“ werde, „sodass die Defizite der Folgejahre zu Lasten der allgemeinen Rücklage gehen. Dies hat zur Folge, dass das Eigenkapital in den nächsten vier Jahren um rund 15 Millionen Euro sinken wird“.
Die Kämmerin appellierte wie bereits 2024 an den Rat, in den Fraktionsberatungen Änderungen „angesichts der sehr hohen Fehlbeträge“ und des sinkenden Eigenkapitals „auf das notwendigste Maß zu beschränken“. Der Haushaltsplan wird voraussichtlich in der Ratssitzung am 19. Februar verabschiedet.
