3.000 Eier zieren Osterbrunnen in Welschen Ennest
Feierliche Einweihung
- Kirchhundem, 19.03.2026
- Verschiedenes
- Von Nils Dinkel
Welschen Ennest. Der Marienbrunnen in Welschen Ennest ist wieder in einen bunten Osterbrunnen umfunktioniert worden. In den nächsten Wochen zieren rund 3.000 bunte Eier das Dorfbild, initiiert von der Dorf-AG. Am Donnerstagvormittag, 19. März, fand die Eröffnung statt – bei frühlingshaftem Wetter und in einen würdigen Rahmen gepackt.




Schon fast zur Tradition geworden ist das Brauchtum im 1.600-Seelen-Dorf: 2019 fand die Aktion erstmals statt und auch während der Coronazeit gab es keine Pause. Zahlreiche Menschen, darunter Kindergärten, Grundschule, Werthmann-Werkstätten und die ersten Bewohner des neuen Senioren-Wohnparks Welschen Ennest, kamen rund um den Osterbrunnen zusammen. Reinhard Hesse von der Dorf-AG war die Freude anzusehen. Zuvor hatte er den 85 Kindergarten- und Schulkindern bereits einen gebackenen Osterhasen zukommen lassen.
„Wir von der Dorf-AG sind wieder begeistert, so einen Zuspruch zu haben“, so Hesse. Gerne hätte er auch den ukrainischen Pfarrer Vladimir Drebot mit einigen Kindern begrüßt. Er habe aber kurzfristig abgesagt. Die Gruppe packt laut Hesse nach vier Jahren im Ort aktuell die Koffer und bezieht eine neue Bleibe in der Gemeinde Kirchhundem.

Besonders freute sich Hesse aber über den Besuch der ersten Bewohner des neuen Senioren-Wohnparks und stellte stellvertretend das Ehepaar Kohlhase aus Würdinghausen vor.

Die Schulkinder gestalteten die Eröffnung mit Liedbeiträgen wie „Stups, der kleine Osterhase mit“. Daneben trug Peter Döbbeler „Der Gammler“, ein Lied über Jesus Christus, vor. Er ließ die Besucher an seinen Erinnerungen an den Brunnen aus den 1960er-Jahren teilhaben.
„Wir haben hier am Marienbrunnen gechillt, wie das heute heißt. Und als wir älter wurden, sind wir nicht in die Kneipen gegangen. Wir waren exakt hier. Lange Haare, keine normalen Klamotten, eine Kutte bis unten hin. Und warum? Weil wir für Freiheit waren, weil wir für etwas Neues waren, weil wir einfach wollten, dass es voran geht“, erinnert sich Döbbeler. Sie seien als Gammler bezeichnet worden – passend zu seinem Liedbeitrag.
Pastor Heinrich Schmidt segnete den Osterbrunnen nach 2021 wieder und sagte, dass die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi „unsere Herzen und unser Leben erreichen möchte“. Vor allem in diesen Tagen seien die Menschen berufen, für den Frieden einzutreten.
Michael Hartmann, stellvertretender Bürgermeister, sagte, dass die Eröffnung alljährlich ein besonderer Moment sei, um zu sehen, „wie mit viel Herzblut, Kreativität und Gemeinschaftssinn dieser Ort geschmückt wurde“. Er sei ein Blickfang für das Dorf – und darüber hinaus. „Der Osterbrunnen ist ein Zeichen für Zusammenhalt, gelebtes Brauchtum und für das Engagement vieler Menschen“, so Hartmann. Welschen Ennest verdeutliche, dass mit vielen helfenden Händen etwas ganz Besonderes entstehen könne.


