Zwei Nachwuchstalente des ESV Finnentrop auf dem Weg zur Rhönrad-WM
Qualifikationswettkämpfe für Luisa Pohl und Elia Kammerer
- Finnentrop, 06.05.2026
- Sport
- Von Nils Dinkel
Finnentrop. Großer Erfolg für den ESV Finnentrop: Mit Luisa Pohl und Elia Kammerer nehmen gleich zwei Sportler aus der Rhönrad-Abteilung an den Qualifikationswettkämpfen zur Weltmeisterschaft teil. Für die beiden 14-Jährigen ist es nicht nur die erste Teilnahme auf diesem Niveau – auch für den Verein hat die Qualifikation eine besondere Bedeutung.

„Das ist ein riesiger Erfolg für uns alle“, so das Trainerteam Annika Schmidt-Eickelmann, Juliane Thöne, Laura Lingemann und Juliane Wittrock. Zwar hatten sich bereits 2020 zwei Turnerinnen für den Bundeskader empfohlen, doch die Wettkämpfe fielen damals coronabedingt aus. „Jetzt sind wir wirklich erstmals auf diesem Niveau vertreten.“
Beide Sportler betreiben Rhönradturnen seit rund sieben Jahren. Damit bringen sie trotz ihres jungen Alters bereits viel Erfahrung mit – und gehören dennoch zu den jüngsten Teilnehmern im Feld. Die Qualifikation gelang ihnen durch starke Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften, bei denen sie sich unter den Besten ihrer Altersklasse platzierten.
„Normalerweise starten viele erst ab 15 Jahren in diesem Bereich“, erklärt das Trainerteam. Die Altersgrenze reicht auf internationaler Ebene bis 18 Jahre. „Dass die beiden sich schon mit 14 durchsetzen konnten, zeigt ihr großes Potenzial.“
Rhönradturnen gilt als technisch anspruchsvolle Sportart, die Kraft, Ausdauer, Koordination und ein ausgeprägtes Körpergefühl vereint. Insgesamt gibt es drei Disziplinen: Gerade, Spirale und Sprung. Luisa Pohls Lieblingsdisziplin ist Spirale, bei Elia ist es der Sprung.
Während beim Sprung spektakuläre Elemente wie Saltos folgen, „tellert“ das Rad in der Spirale wie eine Münze über den Boden. In der Geradekür turnen die Athleten innerhalb des Rades.

„Das Besondere ist, dass sich das Gerät ständig bewegt. Man muss nicht nur den eigenen Körper kontrollieren, sondern auch das Rad“, beschreibt Luisa Pohl den Reiz ihres Sports. Elia ergänzt: „Außerdem ist es total abwechslungsreich.“

Trainiert wird in Finnentrop in der Regel zweimal pro Woche, ergänzt durch zusätzliche Einheiten am Wochenende. Hinzu kamen zuletzt Trainingseinheiten mit dem Bundestrainer in Taunusstein und Hannover.
Die erste Qualifikationsrunde findet am Samstag, 9. Mai, in Brilon statt – mehr oder weniger ein Heimvorteil. „Oft müssen wir mehrere Stunden fahren und übernachten. Diesmal ist es deutlich entspannter“, heißt es aus dem Trainerteam.
Der Modus ist anspruchsvoll: Nur wer in zwei Wettkämpfen konstant gute Platzierungen erreicht, darf zur Weltmeisterschaft Anfang Juli in Göttingen reisen. Die Konkurrenz ist dabei oft älter und turnt bereits nach internationalen Standards mit höheren Schwierigkeitsgraden.
Elia Kammerer ist wegen geringerer Teilnehmerzahl – sieben in seiner Altersklasse – automatisch auch bei der zweiten Runde dabei. Luisa Pohl muss hingegen schon beim ersten Wettkampf ihr ganzes Potenzial abrufen. Am Ende qualifizieren sich jeweils die fünf besten Rhönradturner für die Weltmeisterschaft. Das Trainerteam sieht die Beiden gut vorbereitet.
Trotz der Herausforderung gehen Elia Kammerer und Luisa Pohl mit einer gesunden Mischung aus Ehrgeiz und Gelassenheit an den Start. „Natürlich wäre es cool, weiterzukommen“, sagt Luisa. „Aber ich möchte vor allem meine Übungen sauber zeigen.“ Auch Elia bleibt realistisch: „Die anderen sind oft älter, aber ich will einfach mein Bestes geben.“
Lange Rhönrad-Tradition in Finnentrop
Die Rhönrad-Abteilung in Finnentrop blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis ins Jahr 1960 zurückreicht. Heute zählt sie rund 35 Mitglieder. Trainiert wird mit Rädern in verschiedenen Größen – von 1,35 bis 2,30 Metern Durchmesser.
Rhönrad-Interessierte können sich per E-Mail unter esv.finnentrop@t-online.de an den Verein wenden. Die Anfängergruppe trainiert in der Regel montags und freitags von 17 bis 19 Uhr in der Dreifachhalle in Finnentrop. Weitere Infos hier.
