Wie der Herbstmarkt in Finnentrop groß wurde

Ein Rückblick auf 40 Jahre Herbstmarkt


  • Finnentrop, 11.09.2026
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  • Von Claudia Wichtmann
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Rückblick auf den Herbstmarkt in der Bamenohler Straße: Vor einigen Jahren herrschte vor dem Friseursalon Hardenacke Design reges Markttreiben. von privat
Rückblick auf den Herbstmarkt in der Bamenohler Straße: Vor einigen Jahren herrschte vor dem Friseursalon Hardenacke Design reges Markttreiben. © privat

Bamenohl. In diesem Jahr feiert der Herbstmarkt in Bamenohl 40-jähriges Jubiläum. Wenn Bärbel Hardenacke über den Herbstmarkt spricht, erzählt sie zugleich ein großes Stück ihrer eigenen Geschichte. Als Mitgründerin des Gewerbevereins Finnentrop und langjährige Unternehmerin in Bamenohl ist sie von Anfang an eng mit der Veranstaltung verbunden. Auch Ludwig Rasche gehört zu den Menschen, die den Markt über viele Jahre begleitet und mitgestaltet haben.


Keine Versammlung des Gewerbevereins und keinen Herbstmarkt hat die heute 80-Jährige in den vergangenen Jahrzehnten ausgelassen. Seit 1975 betreibt sie ihren Friseursalon „Hardenacke Haardesign“ und war immer auch im Gewerbeverein aktiv.

Angefangen hat alles Anfang der 1980er-Jahre mit einer Modenschau in der damaligen Bamenohler Pizzeria Don Carlo. Organisiert wurde sie von Bärbel Hardenacke und der Inhaberin der Pizzeria Lina Riili. Das Interesse war groß – und daraus entstand die Idee, auch anderen Händlern und Unternehmern aus Finnentrop die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren. 1986 wurde der Gewerbeverein gegründet und im selben Jahr feierte der Herbstmarkt, damals noch unter dem Namen Gewerbeschau, Premiere.

Als Mitgründerin des Gewerbevereins Finnentrop und langjährige Unternehmerin in Bamenohl ist Bärbel Hardenacke von Anfang an eng mit dem Herbstmarkt in Finnentrop verbunden. von privat
Als Mitgründerin des Gewerbevereins Finnentrop und langjährige Unternehmerin in Bamenohl ist Bärbel Hardenacke von Anfang an eng mit dem Herbstmarkt in Finnentrop verbunden. © privat

Das Interesse wuchs, immer mehr Gewerbetreibende schlossen sich an. Bald wurde die Pizzeria zu klein und die Veranstaltung zog in die Schützenhalle um. Später kam der Krammarkt hinzu. Unter dem Motto „Bamenohl stellt sich vor“ präsentierten sich Betriebe und Geschäfte, später auch größere Unternehmen. Aus der Gewerbeschau entwickelte sich der heutige Herbstmarkt für die ganze Gemeinde Finnentrop.

„Wir haben schon richtig was auf die Beine gestellt“

Der war schon damals weit mehr als eine reine Gewerbeveranstaltung. Livebands, Musik, Partys und Fahrgeschäfte machten das Wochenende zu einem kleinen Volksfest. Bärbels Enkel Cihan Hardenacke erinnert sich: „Als Kind war es echt cool, weil wir selber viel gemacht haben. Der Herbstmarkt war wie eine kleine Kirmes.“ Jeder habe sich und seine Ideen einbringen können.

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Die Südwestfalen Bigband auf dem Herbstmarkt in Finnentrop im Jahr 2010.

Bärbel Hardenacke denkt auch an die Arbeit dahinter zurück: „Wir haben schon richtig was auf die Beine gestellt.“ Der Gewerbeverein sei sehr aktiv gewesen, „das ganze Team hat sich immer sehr engagiert“.

Anfang der 1990er-Jahre verlagerte sich der Herbstmarkt entlang der Bamenohler Straße und rückte damit mitten in den Ort. „Früher war viel mehr los. Viele Betriebe sind heute nicht mehr da. Aber es sind auch viele dazugekommen“, sagt Bärbel Hardenacke. Der Markt habe heute eine andere Struktur, sei aber wieder „im Aufwind“.

Förderung der Gemeinschaft

Auch Ludwig Rasche blickt auf eine lange Herbstmarktgeschichte zurück. Aus 23 Jahren Vorstandsarbeit und seiner Tätigkeit bei der Gemeinde Finnentrop kennt er die Entwicklung genau. „Wir hatten immer das Ziel, die örtlichen Händler und Dienstleister einzubinden – in lockerer Atmosphäre.“

Dabei ging es längst nicht mehr nur um Geschäfte. Auch Sportvereine, kirchliche Gruppen und andere Vereine aus der Gemeinde wurden einbezogen, Musiker und Bands aus der Region kamen hinzu. „Der Herbstmarkt soll ja die örtliche Gemeinschaft darstellen“, sagt Rasche.

Ludwig Rasche gehört zu den Menschen, die den Herbstmarkt über viele Jahre begleitet und mitgestaltet haben. Hier bei seiner Verabschiedung aus dem Vorstand des Gewerbevereins mit der 1. Vorsitzenden Uta Deitenberg. von Nicole Voss
Ludwig Rasche gehört zu den Menschen, die den Herbstmarkt über viele Jahre begleitet und mitgestaltet haben. Hier bei seiner Verabschiedung aus dem Vorstand des Gewerbevereins mit der 1. Vorsitzenden Uta Deitenberg. © Nicole Voss

Ein Meilenstein war 2003 der Bau der Ortsumgehung Weringhausen. Danach konnte die Bamenohler Straße während des Herbstmarktes gesperrt werden. Vorher gab es nur eine Geschwindigkeitsbegrenzung und die Besucher mussten von der Feuerwehr über die Straße geleitet werden. „Der Herbstmarkt wurde damit zur Fußgängerzone, Händler und Besucher konnten sich ganz anders bewegen,“ erinnert sich Ludwig Rasche. Das habe der Entwicklung des Marktes sehr gut getan.

Die Zeiten ändern sich

Hinter dem entspannten Fest steckt bis heute viel Organisation. Straßen müssen gesichert, Abläufe koordiniert, Hütten aufgestellt und Helfer eingesetzt werden. „Man sieht gar nicht, welcher organisatorische Aufwand dahintersteckt“, erzählt Ludwig Rasche. Auch die Feuerwehr leistete bei der Verkehrssicherung wichtige Arbeit.

Heute ist das Gewerbe in Finnentrop ein anderes als in den 1980er-Jahren. Auch der Herbstmarkt hat sich verändert. Seine Grundidee aber ist geblieben: Menschen, Gewerbe, Vereine und Besucher zusammenzubringen. Aus einer Modenschau in einer Pizzeria wurde eine Gewerbeschau, daraus ein Fest und schließlich ein Treffpunkt für die ganze Gemeinde.

Ludwig Rasche bringt es auf den Punkt: „Der Gewerbeverein hat viele Menschen zusammengebracht, um die Gemeinde Finnentrop nach außen gut zu präsentieren und zu zeigen, was in Finnentrop möglich ist. Und wenn das zum Wohle der örtlichen Händler und auch der Besucher geschieht, dann hat sich das Engagement des Vereins und aller Beteiligten auf jeden Fall gelohnt.“

Der Herbstmarkt in Finnentrop

Der Herbstmarkt feiert 40-jähriges Jubiläum und findet am Sonntag, 20. September, von 11 bis 18 Uhr auf dem Schützenplatz und rund um das Schützenvereinsgelände statt.

Zur Jubiläumsausgabe werden mehr als 30 Aussteller und elf Gewerbetreibende erwartet. Handwerker, Dienstleister, Händler, Kreative und Vereine zeigen, was Finnentrop und seine Ortsteile zu bieten haben. Auch der Kreativmarkt ist wieder dabei. Auf der Sparkassenbühne sorgen ab Mittag zahlreiche Vorführungen für Unterhaltung.

Weitere Infos gibt es hier:

Vom Bagger bis zum Kreativzelt - Finnentrop feiert 40 Jahre Herbstmarkt

instagram.com/gewerbevereinfinnentrop

gewerbeverein-finnentrop.de/


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