Was alles hinter der Wurst steckt

„Girls´ Day“/„Boys´ Day“: Sieben Schüler besichtigen Produktionsstandort von Metten


  • Finnentrop, 28.04.2016
  • Von Sven Prillwitz
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Von der Füllmaschine auf den Tisch und in den "Slicer": Im Produktionsbereich für Brühwurst erklären eine Angestellte und Personalleiterin Petra Palla (2. von rechts), wie Wurst für den SB-Bereich hergestellt und verarbeitet wird. von s: Sven Prillwitz
Von der Füllmaschine auf den Tisch und in den "Slicer": Im Produktionsbereich für Brühwurst erklären eine Angestellte und Personalleiterin Petra Palla (2. von rechts), wie Wurst für den SB-Bereich hergestellt und verarbeitet wird. © s: Sven Prillwitz

Sprichwörtlich um die Wurst ging es am Donnerstag, 28. April, für sieben Schüler aus dem Kreis Olpe: Im Rahmen der bundesweites Tages zur Berufsorientierung („Girls´ Day“ bzw. „Boys´ Day“) ließen sich sechs Mädchen und ein Junge durch den gesamten Produktionsbereich von Metten Fleischwaren im Finnentroper Industriegebiet Frielentrop führen. Die Jugendlichen lernten dabei die unterschiedlichen Ausbildungsberufe kennen, die das Unternehmen anbietet, und kamen auch ins Gespräch mit einigen Azubis.


In dem kleinen Besprechungsraum sind Geduld und etwas Geschick gefragt, als die Schüler in die einteiligen weißen Ganzkörper-Schutzanzüge schlüpfen. Dann kommen blaue Plastiküberzieher über die Schuhe, ehe die Jugendlichen rote Plastikhauben über ihre Haare und einen weißen Mundschutz über ihre Gesichter ziehen. Alles im Sinne der strengen Hygienevorschriften, die nicht nur für die Angestellten, sondern auch für die Besucher gelten, hat Personalleiterin Petra Palla den Jugendlichen zuvor erklärt. Seit 17 Jahren ist sie bei Metten beschäftigt, kennt den Betrieb und die Abläufe in- und auswendig. Die Frau aus Dortmund übernimmt den Großteil der Führungen durch die einzelnen Produktionsbereiche. Als Assistentin steht ihr an diesem Tag Personalfachfrau Irina Weich zur Seite. Außerdem fasst Palla die Geschichte von Metten zusammen und stellt das heutige Unternehmen vor: die Ausrichtung, die Abläufe, die Absätze. Und an diesem Tag natürlich ganz besonders die Ausbildungsberufe. Zwischendurch begrüßt Tobias Metten, geschäftsführender Gesellschafter bei Metten, die Besucher. „Nichts anfassen, alles angucken“, gibt er ihnen augenzwinkernd mit auf den Weg.
Bevor es in den Produktionsbereich für Brühwurst geht, wartet in einem gekachelten Raum das Laufband: Drei Stufen geht es hoch zu einem Drehkreuz. Links befindet sich ein Automat mit zwei Öffnungen für die Hände, die hier mit einer Desinfektionslösung besprüht werden. Sobald das geschehen ist, wechselt das rote Licht an dem Automaten auf Grün – und das Drehkreuz gibt den Weg auf ein blaues Laufband frei.
Sterilisation für die Schuhe – oder besser gesagt: für die blauen Plastiküberzieher. Düsen verspritzen Desinfektionsmittel, rotierende Bürsten verteilen dieses und befreien die Überzieher von Schmutz. Erst danach dürfen die Schüler die Schleuse, die in den Produktionsbereich führt, passieren. Dieser Vorgang, sagt Petra Palla, gehört zur täglichen Routine für jeden Angestellten. Vor jedem einzelnen Gang in einen der unterschiedlichen Produktionsbereiche – inklusive des Händewaschens an den Waschbecken, die sich zusätzlich vor jeder der fünf Schleusen befinden. Bevor der Arbeitstag endet, muss jeder Angestellte seine Kleidung – nach Vorschrift von Kopf bis Fuß komplett in Weiß – in ein Wäschefach werfen. Ein externes Unternehmen reinigt die Arbeitskleidung. „Jeder Mitarbeiter hat elf komplette Garnituren Wäsche. Vor Dienstantritt muss jeder neue saubere Arbeitskleidung anziehen“, erklärt Palla den Schülern, als die Besuchergruppe vor dem großen Wäschefach aus Metall steht.
Im Produktionsbereich für Brühwurst schlägt den Besuchern ein feucht-warmer, würzig riechender Dunst entgegen. Mitarbeiter in weißen Arbeits- und Schutzanzügen rollen Wagen mit zahllosen Würsten durch die riesige, mehrere Meter hohe Halle. Auf einem länglichen Metalltisch landen in regelmäßigen Abständen dicke, knapp zwei Meter lange Wurstrollen. Frisch befüllt mit Rohmasse, dem Brät, warten die Fleischrollen nun darauf, im „Slicer“ automatisch in handliche Scheiben geschnitten zu werden.
„Hieraus machen wir Bierwurst, die später im SB-Bereich verkauft wird“, erklärt Palla den Schülern. Wurst also, die später abgepackt im Supermarkt zu kaufen ist. Eine Mitarbeiterin, die an der Füllmaschine steht, erklärt den Jugendlichen den Arbeitsprozess im Detail. Im Hintergrund schieben Angestellte weitere Wagen mit Würsten durch die Gegend.
Knapp zwei Stunden dauert der Rundgang inklusive ausführlicher Erklärungen. Und natürlich inklusive der Aufhalte an den Hygiene-Stationen und Schleusen. Dann tauschen sich die Schüler mit einigen Auszubildenden aus, ehe es zum wiederholten Male um die Wurst geht – diesmal rein geschmacklich: In der Geschäftsstelle für den Werkverkauf wird ihnen ein deftiger Snack serviert, mit dem die Führung endet.
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