Wann können Radfahrer den Lenhauser Tunnel passieren?
Realisierung verschiebt sich
- Finnentrop, 10.09.2026
- Straße & Verkehr
- Von Nicole Voss
Lenhausen. Schlechte Nachrichten für Radfahrer und ein Rückschlag für die Gemeinde Finnentrop: Die Brücke über die Bahngleise und die B 236 zum Lenhauser Tunnel kann nicht wie geplant fertiggestellt werden.

Der vorgesehene Einbau der rund 40 Meter langen und vier Meter breiten Brücke, die den Lenhauser Tunnel und die Aussichtsplattform „Lichtblick“ verbinden soll, kann nicht realisiert werden.

Damit verzögert sich die lange geplante Nutzung des ehemaligen Eisenbahntunnels für Radfahrer – im günstigsten Fall um fünf Jahre. Die Gemeinde Finnentrop führt bereits intensive Gespräche, um die Brücke noch vor der nächsten geplanten Sperrpause der Deutschen Bahn im Jahr 2031 einzuhängen.
Ein Blick zurück: Geplant war, den Brückenüberbau sowie die Arbeiten im Gleisbereich während der von der DB vorgesehenen Sperrpause vom 30. Oktober bis 2. November auszuführen, da diese Arbeiten ausschließlich innerhalb dieser Sperrpause hätten erfolgen müssen.

Hier ergab sich ein „Spannungsfeld“ zwischen dem wirtschaftlichsten Angebot und der sicheren Einhaltung des eng terminierten Bauablaufs. „Eine rechtssichere Vergabeentscheidung, die beide Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, konnte im Rahmen der anzuwendenden vergaberechtlichen Regelungen nicht getroffen werden“, heißt es in der Niederschrift einer Ratssitzung.
Heißt im Klartext: Der aus Sicht der Gemeinde „beste“ und wirtschaftlichste Bieter schafft es nicht, die Stahlbrücke bis zur Sperrpause auf der Bahnstrecke zwischen Siegen und Hagen fertigzustellen. Übrigens: Die Gemeinde Finnentrop hat das Vergabeverfahren für den geplanten Brückenneubau in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW durchgeführt.

Eine Entwicklung, die auch für den Jagd-und Sportschützenverein Frettertal interessant ist. Die Schützen betreiben im Tunnel, durch den der Fahrradweg führen soll, einen Schießstand. Der Pachtvertrag (25 Jahre) mit den Sportschützen läuft bis Ende August 2027.
Ob er verlängert werde, bleibe abzuwarten, betont der Vereinsvorsitzende Stefan Roll. Wenn der Vertrag nicht gekündigt werde, laufe er automatisch für ein Jahr weiter. An einer Alternative, den Schießstand an einen anderen Ort zu verlegen, wird seitens des Vereins gearbeitet.




