Am Montagnachmittag, 13. Juni, fand im „kinder-, jugend- und kulturhaus“ in Finnentrop eine Vernissage statt. Ausgestellt wurden Bilder, die unter Anleitung des Künstlers Sami Gebermariam mit den Kindern während der Malkurse in den letzten zehn Wochen zu verschiedenen Themenbereichen erarbeitet worden waren.
Die jungen Teilnehmer und der Künstler freuten sich über das zahlreiche Erscheinen von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten. Die Idee für das Projekt war im Sommer 2015 entstanden. Seither bietet Sami regelmäßig seinen Malkurs an. Rund 15 Kinder arbeiteten in den letzten zehn Wochen an zahlreichen Bildern zu verschiedenen Themen wie „Grenzen: Wo sind Grenzen? Was bewirken Grenzen?“, „Internationaler Kindertag“, „Flüchtlinge“, oder „Natur“ und setzten sich auf diese Weise auch mit der Flüchtlingskrise und Politik im Allgemeinen auseinander.
Der neunjährige Jakob malte zum Thema „Grenzen“ etwa die Berliner Mauer. „Die ist mir sofort eingefallen, weil man nicht drüber kann“, erzählt er. Kristina (8) malte ein Boot mit Flüchtlingen. Zusammen mit Emma-Sophia (6) und Hannah (7) entstand auch noch ein Bild, das Container zeigt, in denen die Flüchtlinge wohnen. Der siebenjährige Jamie dagegen malte Sami. Dass der Künstler eine andere Hautfarbe hat, fiel Jamie anfangs gar nicht auf. So geschah es, dass Sami auf dem Portrait ein weißes Gesicht bekam.
Monika Holthöfer (Pädagogische Fachkraft im kjk-Haus) und der Künstler hatten die Themen vorgegeben. „Sie haben aber Mitspracherecht, das ist in unserem Haus ganz wichtig. Wenn die Kinder einmal keine Lust auf ein Thema hatten, konnten sie frei malen und sich ausprobieren“, so Monika Holthöfer. Teilweise waren sie und Sami auch erstaunt über das, was die kleinen Maler selbstständig zu Papier brachten. „Man hat schon gemerkt, dass zu Hause über diese Dinge gesprochen wird. Die Kinder wissen schon viel“, sagte Holthöfer. Die Bilder, die beim freien Malen entstanden wurden auch ausgestellt. Anschließend nahmen die Kinder ihre Gemälde mit nach Hause.
Sami, Künstler und Leiter des Projektes, lebt seit viereinhalb Jahren in Deutschland und hat sich mittlerweile als Künstler einen Namen gemacht im Kreis Olpe. Der in Eritrea geborene Maler wuchs in Äthiopien auf und hat nach wie vor den Status eines „geduldeten“ Asylbewerbers. „Wir hoffen alle, dass Samis Asylantrag stattgegeben wird. Er ist sehr wichtig für das Haus und für die Kinder“, betont Monika Holthöfer. Sami habe gelernt, deutsch zu sprechen, und arbeitet ehrenamtlich im kjk-Haus. Seine Malkurse sollen auch weiterhin stattfinden.
Auf Wunsch findet in der ersten Woche der Sommerferien im Rahmen der Sommerferienspiele täglich von 10 bis 15 Uhr ein weiterer Malkurs mit Sami statt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können kostenfrei teilnehmen.
Weitere Infos unter www.kinderjugendkulturhaus.de, oder telefonisch unter 02721-50784