Jochen Ritter besucht Heggener Firma Josef Sprenger

Diskussionen über Dokumentationspflicht und Fachkräftemangel


  • Finnentrop, 23.08.2018
  • Von Barbara Sander-Graetz
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    Redaktion

Jochen Ritter zusammen mit den Geschäftsführern Sven und Michael Steinberg (von links) der Firma Sprenger. von Barbara Sander-Graetz
Jochen Ritter zusammen mit den Geschäftsführern Sven und Michael Steinberg (von links) der Firma Sprenger. © Barbara Sander-Graetz

Heggen. Der heimische Landtagsabgeordnete Jochen Ritter hat am Mittwoch, 22. August, bei der Metallwarenfabrik Josef Sprenger in Heggen vorbeigeschaut. Der Christdemokrat sprach mit den Geschäftsführern über den erhöhten Aufwand, den die Dokumentationspflicht für Betriebe bedeutet, und das Thema Fachkräftemangel.


„Wir wollen auch auf die Probleme kleiner Betriebe aufmerksam machen“, erklärte Geschäftsführer Michael Steinber. Zusammen mit seiner Frau Anne leitet er die Firma mit zehn Beschäftigten in dritter Generation. Seit Januar 2017 ist mit Sohn Sven die vierte Generation im Familienbetrieb eingebunden. Auf einer Betriebsfläche von 1300 Quadratmetern werden hier Stanz- und Schweißarbeiten sowie CNC Fräsungen durchgeführt.  

„Die Dokumentation in vielen Bereichen ist für unseren Betrieb fast nicht mehr zu stemmen, seit es Verfahrensdokumentation oder die jetzt geforderte Gefährdungsdokumentation für Frauen gibt", sagte Steinberg. „Dabei haben wir in unserer Fertigung gar keine Frauen. Wir werden auch keine einstellen, da uns die sanitären Anlagen fehlen.“ 
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Das Problem der steigenden Dokumentationen ist für Jochen Ritter nicht neu: „Während größere Betriebe dafür zusätzliches Geld und Personal zur Verfügung stellen können, müssen das in den kleinen Betrieben die Angestellten noch zusätzlich schultern.“

Der Fachkräftemangel mache sich bei der Metallwarenfabrik inzwischen ebenfalls bemerkbar. „Wir hätten gern noch einen Ausbildungsplatz als Metallbauer besetzt, haben aber niemanden gefunden“, sagte Sven Steinberg. Der Grund dafür? Große Industriefirmen seien bei jungen Menschen einfach gefragter. Dabei könnten auch kleinere Betriebe gutes Geld zahlen - und Lehrlinge sogar individueller betreuen, erklärte Michael Steinberg.
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Übliche Fallstricke für kleine Betriebe wie die Regelung der Nachfolge, fehlendes Kapital oder zu geringe Auslastung der Maschinen seien bei der Firma Sprenger hingegen kein Thema. „Unserer Leute arbeiten auch mal samstags, wenn es sein muss, oder in mehreren Schichten. Da kann man sich auf alle verlassen“, lobten die Geschäftsführer ihr Personal. 
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Für Jochen Ritter waren die Sorgen der Geschäftsführung der Firma Sprenger nicht neu. „Ich habe ähnliche Statements auch von anderen mittelständigen Unternehmen gehört. Gerade die Auflagen und die Dokumentation werden von ihnen als belastend empfunden. Dabei kommt vieles von der EU und stellt für diese Unternehmen eine große Herausforderung dar“, sagte Ritter.

Er sicherte zu, die gesammelten Eindrücke mit nach Düsseldorf zu nehmen. Die Einladung zu dem Firmenbesuch hatte Ritter beim Frühjahrsforum der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd im Mai erhalten.
Firma Josef Sprenger
Schlossermeister Josef Sprenger gründete 1947 die Firma. In einer am Wohnhaus grenzenden Garage begann er mit der Herstellung von Kunstschlosserteilen. Mit dem Wirtschaftsaufschwung in den folgenden Jahren, wurde die Produktion auf Stanz- und Schweißteile für verschiedenste Zwecke umgestellt. Fachliches Können, Fleiß und unternehmerische Weitsicht führten zu einer steten Aufwärtsentwicklung. Schwiegersohn Hubert Schulte übernahm 1977 die Leitung des Betriebs. Mit ihm wurden bis 1990, in zwei Bauabschnitten neue Produktionsflächen geschaffen, die Produktpalette stetig ergänzt und neue Mitarbeiter eingestellt. Seit 2001 leitet Schwiegersohn Michael Steinberg mit seiner Frau Anne das Unternehmen. Sohn Sven Steinberg, der nun bereits seit 2008 im Betrieb mitarbeitet, ist die nächste Generation. Seit Januar 2017 ist er der dritte Geschäftsführer. Durch die Anschaffung diverser Maschinen erweitert die Firma ihre Fertigungsmöglichkeiten stetig. Durch Zertifizierungen, bereits durchgeführte wie auch geplante, wird ein gleichbleibendes gefordertes Qualitätsniveau sichergestellt.
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