Hilfreiche und präventive Tipps vom Opferschutzbeauftragten der Polizei
Großes Interesse am Webinar „Betrugsprävention“
- Finnentrop, 12.03.2023
- Blaulicht
Finnentrop. Die Sparkasse Mitten im Sauerland hatte mit ihrem Onlinevortrag „Gut vorbereitet – Wie sie Betrug und Täuschung erkennen“, dass sie in Zusammenarbeit mit der Polizei ausgerichtet hat, das Interesse vieler Menschen geweckt.

Rund 45 Teilnehmer schalteten sich digital zu und folgten dem Vortrag von Michael Kopsan, Kriminalhauptkommissar bei der Kreispolizeibehörde Olpe und zuständig für Opferschutz und Betrugsprävention.
Michael Kopsan stellte die zurzeit gängigsten Betrugsmaschen vor. Bei den sogenannten „Schockanrufen“ wird den Opfern am Telefon vorgespielt, ein enger Familienangehöriger sei in einer Notsituation und brauche dringend Geld um etwa eine Kaution für einen verursachten tödlichen Autounfall zu zahlen.



Die Anrufer sind auf entsprechendes behördliches Vokabular geschult und können Notsituationen authentisch simulieren. Die Opfer werden massiv unter Druck gesetzt und können durch die sogenannte Schockstarre nicht mehr klar denken.
/p>/span>Hinter den Betrügerbanden stecken meist im Ausland ansässige Callcenter, sowie organisierte Kriminalität in Form von Rockerbanden und Clans. Durch diese Masche ist in NRW allein in den Jahren 2019 bis 2021 ein Schaden von mehr als 100 Millionen Euro entstanden.

Darin enthalten sind auch Delikte mit der Betrugsmasche „Falscher Amtsträger oder falscher Polizeibeamter“, bei denen sich ein vermeintlicher Polizeibeamter telefonisch bei Senioren meldet und behauptet, die Adresse des Angerufenen sei auf einer Liste einer Einbrecherbande aufgetaucht, von der noch nicht alle Täter gefasst seien. Die Polizei würde sicherheitshalber vorübergehend die Wertsachen und Bargeld in Gewahrsam nehmen.

Auch hier der Tipp von Kriminalhauptkommissar Michael Kopsan: „Seien Sie immer misstrauisch und vergewissern Sie sich stets unter den ihnen bekannten Telefonnummern zurück. Wenn die Polizei anruft, ist im Display nie die Telefonnummer 110 zu sehen, auch nicht mit einer entsprechenden Vorwahl. Außerdem wird die Polizei niemals dazu auffordern, Wertsachen oder Geld herauszugeben. Rufen Sie in solchen Fällen immer die 110 und somit die richtige Polizei an.“

Als weitere Betrugsmasche erläuterte Michael Kopsan den Versand von knappen Chatnachrichten, die vor allen Dingen über Messenger-Dienste verbreitet sind. Hierbei melden sich Betrüger als vermeintlicher Sohn, Tochter oder Enkel über eine knappe Nachricht, dass das Smartphone kaputt sei und deshalb eine neue Handynummer vorhanden sei.
Solche Chatverläufe laufen häufig über mehrere Stunden damit die Betrüger möglichst viele familiäre Details erfahren, um durch das Vorgaukeln einer Notsituation Geld abzugreifen. Auch hier lautet die Empfehlung der Polizei, stets misstrauisch zu sein und sich unter der gespeicherten „alten“ Handynummer rückzuversichern, wenn man von einer bekannten Person unter einer unbekannten Nummer kontaktiert werden sollte.
Wichtig war Michael Kopsan besonders eine Sache: „Personen, die von Betrug betroffen sind, oder bei denen ein Betrugsversuch erfolgt ist, sollen sich auf jeden Fall an die Polizei vor Ort wenden.“ Für alle, die Interesse am Webinar haben, aber nicht daran teilnehmen konnten, hat die Sparkasse Mitten im Sauerland auf ihrer YouTube-Seite einen Mitschnitt des Onlinevortags veröffentlicht.
