Über 500 Jahre altes Technikdenkmal soll wieder in Betrieb gehen
Fördermittel für Eichener Mühle
- Drolshagen, 29.01.2026
- Verschiedenes
- Von Wolfgang Schneider
Eichen. Mehr als 60 Jahre stand es still, doch bald soll sich das Mühlrad der Eichener Mühle wieder drehen. Bei seinen Plänen für die Reaktivierung der historischen Anlage ist der Förderverein zur Erhaltung der Eichener Mühle jetzt ein gutes Stück weitergekommen, denn er erhält eine Förderung im sechsstelligen Euro-Bereich.

Die NRW-Stiftung unterstützt das Vorhaben im Drolshagener Land großzügig. Beim Ortstermin am Donnerstag, 29. Januar, überreichte Karl Peter Brendel, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, die Förderurkunde. Stolze 100.000 Euro erhält der Förderverein, um die Sanierung und Gangbarmachung des Technikdenkmals in die Tat umzusetzen.

Das ist noch nicht alles: Für jeden Spenden-Euro, den der Förderverein für das Projekt einwirbt, legt die NRW-Stiftung noch einen Euro drauf – bis zum Höchstwert von 30.000 Euro. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir genügend Spenden generieren, um die zusätzlichen 30.000 Euro zu erhalten“, gab sich Drolshagens Bürgermeister Ulrich Berghof optimistisch.
Was an der Eichener Mühle alles geplant ist, erläuterte der Olper Architekt Axel Stracke. Ihn interessiert die Sanierung der denkmalgeschützten Anlage auch privat sehr, ist er doch Vorsitzender des Heimatvereins für Olpe und Umgebung.
Mit Aufwendungen von etwa 160.000 Euro rechnet der Architekt, um die erstmals im Jahr 1512 urkundlich erwähnte Mühle wieder in Betrieb nehmen zu können. So muss das marode Wasserrad durch ein neues Exemplar ersetzt werden. Allein das schlägt mit 50.000 Euro zu Buche. Außerdem müssen das Sägegatter und die Antriebswellen überarbeitet werden.

Das alte Wellblechdach soll demontiert und durch ein neues Blechdach ersetzt werden. Im Zuge dieser Arbeiten wird die Dachkonstruktion saniert. Nicht zuletzt sollen die Außenanlagen umgestaltet und eine barrierefreie Zuwegung geschaffen werden. Gerade letzteres sei der NRW-Stiftung sehr wichtig, sagte Karl Peter Brendel.

Auch wenn die benötigte Summe noch nicht komplett auf dem Konto liegt, sind die Initiatoren überzeugt, dass in absehbarer Zeit die Arbeiten beginnen können. „Das Projekt ist durch den Zuschuss der NRW-Stiftung schon gesichert“, so Stracke. Auch Bürgermeister Berghof freut sich, dass man nach etlichen Jahren, in denen Überlegungen zur Sanierung der Mühle angestellt worden seien, „jetzt auf die Zielgerade einbiegt, um dieses wertvolle Kleinod zu erhalten.“

Wenn dann demnächst die Mühle wieder in den Schaubetrieb geht, können Besucherinnen und Besucher das traditionelle Müllerhandwerk und eine der ältesten Formen der Wasserkraftnutzung live erleben.
Hintergrund
Die denkmalgeschützte Eichener Mühle wurde erstmals 1512 urkundlich erwähnt.
Sie war eine Bannmühle des ehemaligen Zisterzienser-Klosters Drolshagen und ist einer der ältesten Gewerbebetriebe im Kreis Olpe.
1964 war die Eichener Mühle letztmals in Betrieb, dann wurde sie stillgelegt.
2017 hat sich in Drolshagen der Förderverein zur Erhaltung der Eichener Mühle gegründet, um die historische Technik wieder funktionstüchtig und die Anlage für Besucher erlebbar zu machen.
