Stillstand bei Drolshagener Großprojekten Drei Höfe und Stadtbad-Sanierung
Entscheidung zu Bad-Fördermitteln noch im September?
- Drolshagen, 17.09.2026
- Politik
- Von Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Droht dem Projekt „Drei Höfe“ im Bereich des Ortseingangs von Drolshagen das Aus? Diese Frage stellte sich nach Darstellung der Sachlage im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt. In der Sitzung am Mittwoch, 16. September, hatte die Verwaltung die Lage skizziert, nachdem sich im vorhergehenden Sitzungsblock gezeigt hatte, dass weiterer Informationsbedarf besteht.

Mit dem Projekt „Drei Höfe Drolshagen“ soll am Ortseingang ein neues, nachhaltiges und genossenschaftlich organisiertes Quartier entstehen. Ergänzend sollen zu vorhandenen Wohnformen Angebote für Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Mobilität und Gemeinschaft geschaffen werden. So das Ziel eines Masterplanes, der seit zwei Jahren vorliegt. Ein „Policy Lab“, ein Kooperationsmodell von Verwaltung und Wissenschaft, soll bei der Umsetzung helfen.

Wenn die Ideen des Masterplans umgesetzt werden sollen, ist das Ziel, Wohnraum mit günstigen Mieten zu schaffen, kaum umzusetzen. „Das ist die Crux, vor der wir schon länger stehen“, sagt Bürgermeister Ulrich Berghof auf Nachfrage. Die Gründe führt die Verwaltung in ihrem Sachstandbericht auch an: steigende Baukosten, höhere Zinsen. Zudem, so Berghof, seien die Kassen für Wohnraumförderung leer.
Dennoch „passiert im Hintergrund vieles“, so Berghof. So versuche das Policy Lab, das von zwei Stiftungen gefördert wird, Kontakte herzustellen, die für eine Umsetzung hilfreich sein können. Zeitgleich werde es Veränderungen in der Genossenschaft „Land.Leben.Drolshagen. eG“ geben, mit der das Projekt umgesetzt werden soll.

Im Frühjahr läuft die Förderfrist für das Policy Lab aus – und damit diese Unterstützung für die Verwaltung. Dann werde man klarer sehen, ob das Projekt in ursprünglicher Form oder nur in Teilen umgesetzt werden kann, skizziert der Bürgermeister das Prozedere. Denkbar ist auch eine klassische Bauplanung.
Stillstand gibt es derzeit auch in Sachen Stadtbad. Grundsätzlich, so die Mitteilung der Verwaltung, sei eine Förderung der Sanierung des Bades auch über Städtebau-Fördermittel denkbar. Hierzu müsste aber ein kleinräumiges Entwicklungskonzept mit mindestens drei Maßnahmen entwickelt werden. Geschätzte Kosten: 15.000 Euro. Eine Antragstellung werde frühestens in drei Jahren möglich sein.

Berghof setzt daher weiterhin auf den aktuellen Förderantrag durch Bundesmittel und erwartet, dass bis Ende September eine Entscheidung getroffen wird. Anhand der neuen Sachlage müsse man sehen, „wie wir weiter vorgehen“. Wenn eine Entscheidung vorliege, wolle er mit den Fraktionen noch vor der nächsten Sitzungsperiode im November Gespräche führen, in welche Richtung es gehen soll. Dann müsse „alles neu entschieden werden“.
