Neue Brücke über die Autobahn sorgt für 15 Monate Vollsperrung der K 36

Sprengung in Scheda Anfang 2027


  • Drolshagen, 01.10.2026
  • Straße & Verkehr
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Symbolfoto Autobahn, A 45 von Autobahn GmbH
Symbolfoto Autobahn, A 45 © Autobahn GmbH

Germinghausen/Scheda. Die Tage der Brücke zwischen Germinghausen und Scheda, die über die Autobahn 45 führt, sind gezählt. Das 55 Jahre alte Bauwerk wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das Bauvorhaben wird für eine lange Zeit Umleitungen notwendig machen und zeitweise auch den Verkehr auf der A 45 beeinträchtigen.


Die Autobahn GmbH informierte in einer Versammlung am Mittwochabend, 30. September, im Dorfgemeinschaftshaus Germinghausen über das Vorhaben. Etwa 40 Interessierte, zum großen Teil Anwohner, waren gekommen und stellten auch kritische Fragen.

Die knapp 100 Meter lange Brücke im Verlauf der Heerstraße (K 36) ist schon seit langem angezählt. Weil sie nicht ausreichend belastbar ist, wurde bereits vor Jahren eine Ampelschaltung installiert. Sie sorgt dafür, dass es keinen Begegnungsverkehr auf der Brücke gibt. Ein Neubau soll das ändern.

Mitarbeiter der Autobahn GmbH stellten die Baumaßnahme vor. von Wolfgang Schneider
Mitarbeiter der Autobahn GmbH stellten die Baumaßnahme vor. © Wolfgang Schneider

Schon in den nächsten Tagen beginnen die Fäll- und Rodungsarbeiten zur Vorbereitung der Baustelle. Wahrscheinlich im Dezember starten die Bauarbeiten. Mit Sicherheit fest steht das noch nicht, da der Zuschlag an die ausführende Firma noch aussteht. Im Januar oder Februar 2027 wird die alte Brücke abgerissen – und zwar per Sprengung. Ab dann wird die Kreisstraße 36 in Richtung Scheda für etwa 15 Monate voll gesperrt. Im Sommer 2028 soll die neue Brücke fertig sein.

Im Gegensatz zur bisherigen Konstruktion mit vier Pfeilern wird beim Neubau auf die Mittelpfeiler verzichtet. Von der Spannweite her ist die Brücke für den geplanten sechsspurigen Ausbau der A 45 ausgelegt. Während der Bauarbeiten sind drei Vollsperrungen der Sauerlandlinie notwendig: bei der Sprengung sowie während des Einhebens und Aushebens der großen Traggerüste. Die Sperrungen sollen jeweils an Wochenenden (Freitagabend bis Montagmorgen) stattfinden.

Angst vor Sprengung

Vor allem die geplante Sprengung macht einigen Anwohnern Sorgen. Ein Bürger befürchtet, dass es durch Erschütterungen beim Fall der Brücke zu Schäden kommen könne. „Wir wohnen direkt an der Brücke. Vor der Sprengung habe ich absolute Panik“, sagte eine andere Anwohnerin.

Mareike Kahl, Teamleiterin Brückenplanung bei der Autobahn GmbH, beruhigte: „Es gibt ein Fallbett. Da wird es keine Schwingungen oder Erschütterungen geben. Wir sind inzwischen sehr erfahren bei Brückensprengungen.“ Samuel Freund, Leiter der Außenstelle Netphen der Autobahn GmbH, pflichtete bei: „Da wird nichts passieren. Da sind wir uns sehr, sehr sicher.“

Gut besucht war die Infoveranstaltung der Autobahn GmbH in Germinghausen. von Wolfgang Schneider
Gut besucht war die Infoveranstaltung der Autobahn GmbH in Germinghausen. © Wolfgang Schneider

Für Gesprächsstoff in der Versammlung sorgte auch die 15-monatige Vollsperrung der K 36, während der eine Umleitung über Wegeringhausen, Bleche und Hammerteich nach Scheda eingerichtet wird. Für ÖPNV, Feuerwehr und Rettungsdienst gibt es eine verkürzte Umleitung über die Straßen „Zum Schlagbaum“ und „Am Frohnen Wenden“ - allerdings als Einbahnstraße.

Anwohner verwiesen auf die seit Monaten gesperrte Landstraße bei Schreibershof, durch die die Verkehrsbelastung in der Umgebung gestiegen sei. Jetzt stehe noch eine lange Vollsperrung an. „Warum macht man das zusammen und stimmt sich nicht ab?“, fragte ein Zuhörer.

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