Einstimmiger Beschluss: Stadtbad-Nutzung vorerst nicht mehr möglich
Hohe Kosten für Stand-by-Betrieb – Bürger nach Sitzung enttäuscht
- Drolshagen, 27.02.2026
- Politik
- Von Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Enttäuschung bei Bürgern nach der Stadtverordnetenversammlung. Die hatte kurz zuvor beschlossen, dass der Bürgermeister den Stand-by-Betrieb des Bades einstellen soll. Damit wird es bis zur geplanten Sanierung keine Wiederinbetriebnahme des Bades geben. CDU, UDW und SPD hatten für die Sondersitzung am Donnerstag, 26. Februar, gemeinsam einen entsprechenden Antrag eingebracht, der einstimmig verabschiedet wurde. Begründet haben sie dies mit den hohen Kosten.

Die Verwaltung hatte nach einer gemeinsamen Besichtigung des Bades am 11. Februar aufgelistet, dass täglich Betriebskosten in Höhe von 500 Euro anfallen. Jährlich wären 198.000 Euro aufzuwenden – für ein Bad, das nicht genutzt werden kann. Das Geld solle man besser in die Sanierung stecken, so die Argumentation.
Der Bürgermeister wird im Antrag zudem aufgefordert, wenn Erkenntnisse zur eventuellen Förderfähigkeit der Sanierung vorliegen, umgehend eine Ratssitzung einzuberufen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
„Wir haben alle hohes Interesse, an einem guten, funktionsfähigen Bad, aber unter den Voraussetzungen ist das nicht zu verantworten, da noch Geld reinzustecken“, stützte Andreas Wintersohl (UDW) den von CDU-Fraktionschef Thomas Meinerzhagen eingebrachten Antrag.

Angesichts der Betriebskosten von 500 Euro täglich und einem Aufwand von rund 824.000 Euro, die nötig seien, um das Bad wieder betreiben zu können, sei eine grundsätzliche Entscheidung der Politik nötig. So hatte Bürgermeister Ulrich Berghof die Sondersitzung begründet.
Nachdem der frühere Betreiber Lennetherme zum Jahresende 2025 gekündigt hatte, ist die Stadt wieder in vollem Umfang für Sicherheit des Bades zuständig. Hauptkostenpunkt ist eine komplette Erneuerung des Daches, der Attika und der Fassade. 705.000 Euro sind allein hierfür veranschlagt. Weitere 120.000 Euro wären für andere Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme aufzuwenden.

Mit einer Entscheidung, ob Drolshagen mit der Interessenbekundung am Bundesprogramm zur Förderung von Sportstätten zum Zuge kommt, ist nach Angaben der Verwaltung nicht vor Ostern zu rechnen.

Kämmerer Rainer Lange skizzierte zudem weitere Fördermöglichkeiten des Bundesbauministeriums und des Landes, die in Betracht gezogen werden sollen. Auch hier sei nicht absehbar, ob und wann Mittel fließen könnten. Man wolle sich um mögliche Mittel bewerben, so Berghof. Er machte aber auch klar: „Der Eiertanz geht weiter.“

Fragen von Thorsten David (SPD) bezüglich einer vorgezogenen Dachsanierung oder eines Planungsbeginns, um keine Zeit zu verlieren, wenn es Fördermittel gebe, erteilte der Bürgermeister eine Absage. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn sei förderschädlich, die Planung müsse sich auch an den zur Verfügung stehenden Mitteln orientieren.
Berghof machte auf Bürgernachfrage auch klar, dass mit dem aktuellen Beschluss eine „kurzfristige Wiederinbetriebnahme des Bades vom Tisch ist“. Für das Schulschwimmen werde eine Lösung gesucht, die nach den Sommerferien greifen soll, teilte Berghof auf Anfrage mit.
Bürger äußerten sich nach der Sitzung enttäuscht. „Wir sind auf dem Stand wie vor dem Ratsbürgerentscheid“, hieß es. Andere zweifelten, dass sie überhaupt wieder im Stadtbad schwimmen können.
Damit habe der Bürgermeister, was er immer wollte: eine Schließung des Bades. Berghof hatte zuvor betont, dass für die Verwaltung der Ratsbürgerentscheid weiterhin bindend sei.
