Drolshagener Geschichtswerkstatt stellt facettenreiches Jahresheft vor

Geschichte, Historisches und Histörchen


Autoren der Drolshagener Geschichten mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Dr. Stephan Schlösser (vierter von rechts) und dem Leiter der Geschichtswerkstatt Dr. Peter Vitt (dritter von rechts) stellen das neue Jahresheft vor von Sigrid Mynar
Autoren der Drolshagener Geschichten mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Dr. Stephan Schlösser (vierter von rechts) und dem Leiter der Geschichtswerkstatt Dr. Peter Vitt (dritter von rechts) stellen das neue Jahresheft vor © Sigrid Mynar

Drolshagen. In den „Drolshagener Geschichten“ ist eine bunte Mischung heimatkundlicher Beiträge zu finden, die von Mitgliedern der Geschichtswerkstatt geschrieben wurden. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Veröffentlichungen auf großes Interesse bei Geschichtsinteressierten und Heimatfreunden stoßen“, freuen sich Dr. Peter Vitt, Leiter der Geschichtswerkstatt und Dr. Stephan Schlösser, Vorsitzender des Heimatvereins Drolshagen bei ihrer Buchvorstellung am 1. Dezember im Heimathaus.


Gemeinsam mit einigen Autoren gab Dr. Peter Vitt teils spannende, teils unterhaltsame Einblicke in den Inhalt der neu erschienenen Auflage. Einer der Autoren ist Sascha Koch, der auf 38 Seiten den öffentlichen Nahverkehr in Drolshagen von der Postkutsche bis zum Schnellbus beschreibt.

Einen reich bebilderten zweiten Bericht über die beliebten Rad- und Seifenkistenrennen der 1970er Jahre hat Walter Meinerzhagen verfasst und freut sich schon auf die Resonanz damaliger „Rennfahrer“.

Erster Beleg für Germinghausen

Tief in die Historie blickt Dr. Vitt, der unter anderem vom Prozess um einen Kindsmord im Jahr 1805 berichtet und dabei mit einer für die damalige Zeit „humanen“ Rechtsprechung überrascht.

Engelbert Berg geht noch weiter in der Zeit zurück: Ein Schriftstück vom 11. November 1422 über ein verpfändetes Stück Land zwischen „Germkusen“ und „Huttenbracht“ ist der erste urkundliche Beleg für 600 Jahre Germinghausen. Die Geschichte des Dorfes erzählt er auf acht Seiten.

„Das muss veröffentlicht werden“

Den Einmarsch der US-Truppen in Germinghausen, Junkernhöh und Köbbinghausen 1945 sowie Ereignisse zum Kriegsende in der Familie Emil Stracke befanden sich handschriftlich im Nachlass von Josef Stracke. „Beim Aufräumen fielen mir die Seiten in die Hände und ich hatte den Gedanken, dass das veröffentlich werden müsste“, erzählt dessen Sohn Thomas und fügt hinzu: „Ich bin sicher, dass mein Vater sich darüber gefreut hätte.“

Im Beitrag von Heinz-Joachim Sack stellt dieser die Frage, ob die heutigen Totenzettel tatsächlich noch dem frommen Andenken an die Verstorbenen dienen. Früher, so führt der Autor aus, habe ein Totenzettel aus einem Doppelblatt bestanden und enthielt in knapper Form auch Angaben, die den Lebensweg des Verstorbenen kennzeichneten.

„Dadurch war der Tote für die Mitmenschen und die Nachwelt vorstellbarer und unvergesslicher geworden“ schreibt er und regt an, darüber nachzudenken, die Totenzettel wieder persönlicher zu gestalten.

Hinweise für Heimatforscher

Als weitere Autoren der Drolshagener Geschichten sind Stefan Reuber, Leo Trumm und Albert Stahl mit interessanten Beiträgen in der neuen Auflage vertreten. Zudem hat Heinz-Joachim Sack auf 15 Seiten die vorhandene historische Literatur aus dem Drolshagener Land aufgelistet, was Heimatforschenden wichtige Hinweise geben kann.

Und so freut sich Dr. Peter Vitt darüber, dass wieder ein facettenreicher Band Drolshagener Geschichten durch die Geschichtswerkstatt entstanden ist, der rechtzeitig vor Weihnachten für 10 Euro in der Buchhandlung „Am Markt“ und beim Heimatverein Drolshagen erhältlich ist.

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