„Drolauf“ feiert Comeback – Drolshagen schnürt die Laufschuhe
Panoramastrecke soll Teilnehmer begeistern
- Drolshagen, 14.08.2025
- Sport
- Von Nils Dinkel
Drolshagen. Wenn am Samstag, 27. September, der Startschuss für den „Drolauf“ fällt, wird in Drolshagen nicht nur gelaufen – es wird ein Stück Sportgeschichte fortgeschrieben. Seit vielen Jahren hat es hier kein großes Laufevent mehr gegeben. Nun wagt der TuS Drolshagen mit einem engagierten Organisatoren-Team einen Neustart.

„Wir haben hier seit einiger Zeit eine kleine Läufergruppe, die sich zu Wettkämpfen in der Region trifft – Aggerlauf, AOK-Serie, Teamcup in Olpe“, erzählt Roger Stork, Mitglied des Organisationsteams. „Irgendwann dachten wir: Warum fahren wir eigentlich immer weit weg? In Olpe gibt es nur den Teamcup, in Attendorn den Citylauf, aber sonst ist hier eine Lücke. Und wir hatten Lust, diese zu füllen.“
Der entscheidende Funke sprang über, als ein Vorstandsmitglied auf ein altes Foto stieß: eine Aufnahme eines früheren Drolshagener Laufs. „Das ziert jetzt unseren Flyer – und es hat uns die Idee gegeben: Wir holen das zurück.“

Die Strecke führt von der Sporthalle Wünne nach Essinghausen, über den Papenberg und wieder zurück. Zwei Varianten stehen zur Wahl: 6,5 Kilometer oder 10 Kilometer. „Unser Ziel war eine schöne Runde mit vielen Ausblicken und abwechslungsreicher Landschaft“, erklärt Roger Stork. „Zum Ziel hin geht’s leicht bergab – das sorgt für ein richtig gutes Gefühl beim Einlaufen.“
Bewusst hat man die Route über Wirtschafts- und Wanderwege gelegt, um stark befahrene Straßen zu vermeiden. „Wir wollten keine großen Sperrungen – und das ist uns gelungen. Es gibt nur eine Kreuzung, die wir kurz absperren müssen.“ Auch die Genehmigung vom Kreis Olpe liegt seit Juni vor.
Ein kleiner Unsicherheitsfaktor bleibt das Thema ASP (Afrikanische Schweinepest), doch Roger Stork ist optimistisch: „Selbst wenn sich ein betroffener Bereich ändern sollte, finden wir Alternativen.“

Das Laufevent ist bewusst niedrigschwellig gestaltet. Neben Läufern können sich auch Walker anmelden. „Wir wollen, dass wirklich jeder teilnehmen kann. Keine Distanz ist länger als zehn Kilometer. Das ist für Einsteiger genauso machbar wie für ambitionierte Freizeitläufer“, so Roger Stork. Unterwegs gibt es in Essinghausen eine Verpflegungsstation – Wasser und gute Laune inklusive.
Die größte organisatorische Herausforderung ist das Helferteam. „Rund 40 Leute brauchen wir – etwa 10 fehlen uns noch“, berichtet Roger Stork. Die Sporthalle Wünne wird am Veranstaltungstag Dreh- und Angelpunkt sein – Startnummernausgabe, Kuchenverkauf und Siegerehrung finden dort statt, außerdem gibt es in der Halle Umkleiden und Duschen.
Ein spezielles Motto gibt es nicht – dennoch steht der Gedanke der Nachwuchsförderung im Vordergrund. „Wir haben gezielt Schulen angesprochen. Wahrscheinlich werden wir sogar mehr Kinder als Erwachsene am Start haben. Das freut uns, weil wir Leute fürs Laufen begeistern wollen, die vielleicht sonst nicht auf die Idee gekommen wären.“

Wie viele tatsächlich mitlaufen, ist schwer zu sagen. „Erfahrungsgemäß melden sich 70 Prozent erst kurz vor Meldeschluss. Dreistellig wollen wir auf jeden Fall werden – und 200 Teilnehmer wären für die Premiere ein Traum.“
Für Roger Stork ist das Laufevent vor allem eines: Teamarbeit. „Ich finde es toll, wie wir das Konzept gemeinsam entwickelt haben. Mein persönliches Highlight war die Streckenerkundung – bei Sonne, Regen, im Frühling und im Sommer. Aber jeder hier hat seinen Teil, ob beim Start-Ziel-Bereich, bei der Siegerehrung oder beim Urkundendruck. Das ist echte Gemeinschaftsarbeit.“ Selbst mitlaufen wird Stork nicht – er kümmert sich um die Zeitnahme. „Aber unsere Kinder sind dabei – und schon längst gemeldet.“
Infos zur Anmeldung, Streckenpläne und einen GPX-Download gibt es auf der Website des TuS Drolshagen. Und wer nicht mitläuft, kann trotzdem vorbeikommen – anfeuern, Kuchen essen und vielleicht Lust bekommen, beim nächsten Mal selbst die Laufschuhe zu schnüren.
