Bethel-Kleidersammlung an der Johanneskirche Drolshagen – Helfer gesucht
Gebrauchte Pullover und neue Freundschaften
- Drolshagen, 21.08.2026
- Verschiedenes
Drolshagen. Die Johanneskirche in Drolshagen wird von Montag bis Samstag, 24. bis 29. August, wieder zur Sammelstelle für die Brockensammlung Bethel. Mitglieder des Helferkreises öffnen dafür die Gemeinderäume in der Hagener Straße 8. Gut erhaltene Kleiderspenden können von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 10 Uhr und von 16 bis 18 Uhr, am Samstag von 10 bis 14 Uhr persönlich abgegeben werden.

Neu ist der ausdrückliche Wunsch, aus der Abgabe zugleich einen Ort der Begegnung zu machen. Wer einen Kleidersack bringt, muss deshalb nicht gleich wieder gehen. Die Helfer laden die Spender auf ein Getränk und ein Gespräch ein. Dabei besteht die Gelegenheit, die Menschen rund um die Johanneskirche kennenzulernen, mehr über die Arbeit des Fördervereins zu erfahren und einen Blick auf die kommenden Veranstaltungen zu werfen.

Damit die Sammlung gut funktioniert, sucht der Helferkreis noch Unterstützung. Die Aufgaben sind unkompliziert: Türen öffnen, Spender begrüßen, Kleidersäcke entgegennehmen, beim Tragen helfen und die Säcke geordnet in den Gemeinderäumen abstellen. Zugleich soll freundlich auf die Kriterien für eine gute Kleiderspende hingewiesen werden.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Niemand muss die komplette Sammelwoche übernehmen – schon ein einzelnes Zeitfenster hilft. Wer unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an johanneskirche.drolshagen@gmail.com melden.
Die Brockensammlung Bethel wurde 1890 ins Leben gerufen. Die ursprüngliche Idee stammte nach Angaben Bethels von Karl Schnitger, der sich darüber ärgerte, dass leicht beschädigte, aber noch brauchbare Gegenstände weggeworfen wurden. Auf seine Anregung hin verfasste Friedrich von Bodelschwingh den Aufruf, dessen biblischer Leitsatz bis heute mit der Brockensammlung verbunden ist: „Sammelt die übrigen Brocken, auf dass nichts umkomme.“

Was heute mit Begriffen wie Wiederverwendung, Ressourcenschonung oder „Re-Use“ beschrieben wird, gehörte damit schon Ende des 19. Jahrhunderts zur Grundidee der Sammlung. Heute ist daraus der nach eigenen Angaben größte Secondhand-Verkauf in Ostwestfalen geworden. Rund 9.000 Tonnen Altkleider sammelt Bethel derzeit jährlich. Mehr als 4.500 Kirchengemeinden in Deutschland beteiligen sich an den Sammlungen.
Gesucht werden insbesondere gut erhaltene, saubere und trockene Damen-, Herren- und Kinderoberbekleidung, tragbare Schuhe – paarweise gebündelt –, Handtaschen, Accessoires sowie Federbetten und -kissen. Nicht geeignet sind nach den aktuellen Bethel-Kriterien unter anderem Lumpen, nasse, verschmutzte oder beschädigte Kleidung, Unterwäsche, Gardinen, Haus- und Tischwäsche, Textilreste, Stepp- und Fleecedecken, abgetragene oder einzelne Schuhe, Gummistiefel, Skischuhe sowie Klein- und Elektrogeräte.

Der Hintergrund ist ganz praktisch: Gute Kleidung kann weiterverwendet werden und erhält damit ein zweites Leben. Nicht mehr brauchbare Ware verursacht dagegen zusätzlichen Transport-, Sortier- und gegebenenfalls Entsorgungsaufwand. Qualität hilft deshalb nicht nur Bethel, sondern verbessert auch die ökologische Wirkung der Sammlung.
