Ausstellung „Sehnsucht“ in der Herz-Jesu-Kapelle

Vorstand Husten geht neue Wege


 von Ilona Weber
© Ilona Weber

Husten. Erstmalig präsentiert sich die Herz-Jesu-Kapelle in Husten mit einer Bildergalerie. Für drei Wochen zeigt der Kapellenverein die Ausstellung „Sehnsucht“ mit sechs neuen Acryl-Gemälden von Ilona Weber. Zur Eröffnung am Dienstag, 8. Mai, um 18 Uhr spricht Dr. Claudius Rosenthal. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung mit thin whistle und Bratsche durch die Musikerin Mechthild Hendricks.


Vorstandsmitglied Jörg Feldmann sagt: „Dieses Event ist ein Versuch, die Kapelle auf eine zusätzliche Weise in den Mittelpunkt zu rücken.“ Noch gäbe es zwar wöchentlich eine Werktagsmesse und gelegentlich Kreuzweg- oder Rosenkranzandachten, aber durch die rückläufigen Kirchgängerzahlen der letzten Jahre habe auch der Kapellenbesuch nachgelassen.

Der Kapellenverein weist darauf hin, dass die Kapelle das Dorfbild prägt und ihnen deshalb die umfangreiche Renovierung in den letzten zwei Jahren sehr am Herzen lag. „Es war ein großer Kraftaufwand. Die Restauration lässt das Gebäude in neuem Glanz erstrahlen, aber es wäre schön, wenn sie deshalb auch wieder mehr gewertschätzt und besucht würde“, meint sein Kollege Oliver Feldmann.
Neue Wege
Die geschichtlich interessierten Hüster wissen noch, dass die Grundsteinlegung beim Kapellenbau 1882 fast ein kleines Wunder gewesen sein muss. Nur durch den Nachlass einer verstorbenen Frau wurde es damals realisierbar, den Traum von einem eigenen Andachtsraum zu realisieren. Viel Einsatz hat es ermöglicht, dass Husten dieses Gebäude nun hat.

Dieser Hintergrund und diese Werte haben das Vorstandsteam ermutigt, 2018 neue Wege zu gehen und eine religiöse Bilderausstellung anzugedenken.
 von Ilona Weber
© Ilona Weber
Der späte Frühling sei dafür eine geeignete Zeit, denn Sabine Hupertz, die sich im Vereinsvorstand für die Dorfkapelle engagiert, erklärt: „Im Monat Mai und Juni hat die Kapelle alljährlich ihre Glanzzeiten gehabt. Unsere Familien halten den Iseringhauser Umgang und das Herz-Jesu-Fest als die beiden Hochfeste im Jahr in allen Ehren. Mit der Ausstellung „Sehnsucht“ gehen wir deshalb in diese Jahreszeit, in der der gelebte Glaube die meiste Beachtung vor Ort bekommt. Wir haben keine Ahnung, wie das angenommen wird. Aber wir wünschen uns, dass es für dieses Angebot ein paar Interessenten gibt.“

Mit Jesus im Fokus der Ausstellung „Sehnsucht“ ist die Thematik wie geschaffen für den Patron der kleinen Dorf-Kapelle in der Drolshagener Pfarrei. Die katholische Spiritualität hinter der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu war für die Künstlerin ein interessanter Aufhänger. Die verbreitete künstlerische Darstellung des Kapellenpatrons mit der Liebe aus einem brennenden Herzen kam der Botschaft ihrer Gemälde sehr nahe.
 von Ilona Weber
© Ilona Weber
Mit einem intensiven farblichen Ausdruck zeigen die großformatigen Gemälde in ihrem autodidaktischen Stil den zeitlosen Geist von zwischenmenschlichem Austausch, von Kommunikation über Mimik und Haltung.

„So etwas muss nicht jedermanns Geschmack sein. Es geht mir nicht darum, ob die Werke farblich hübsch sind und im Stil den modernen Zeitgeist treffen. Das, was mich jedoch bei der Malerei in diese Richtung treibt, ist, dass in der Kunst die Religion eine breite Bühne bietet. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht messen und benoten lassen, vielmehr geht es mir um die Psychologie und um die Botschaft des Bildes“, meint Ilona Weber.
 von Ilona Weber
© Ilona Weber
Den ursprünglichen Anstoß für die Ausstellung lieferte das Liturgie-Team von wide@heart aus Schönau, die für einen Gottesdienst zum Christkönigsfest im vergangenen Herbst ein Krönungsbild in Auftrag gaben. Nach dem Werk „Zum Spott gekrönt“ entstand im Gegengewicht das lustige Gemälde „Denn ihrer ist das Himmelreich“.

Bis zum 30. Juni können die Besucher zu Öffnungszeiten der Kapelle die Gemälde betrachten. Zu jedem einzelnen Bild liegt eine Erklärung aus, damit alle Interessierten die Motivation der Malerin nachvollziehen können.
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