Waldbesitzer sollen unkompliziertes Förderprogramm erhalten

NRW-Landesregierung gibt Auftrag


Symbolfoto. von Nils Dinkel
Symbolfoto. © Nils Dinkel

Düsseldorf. Der NRW-Landtag hat jetzt die Landesregierung auf Antrag von CDU- und GRÜNEN Fraktion beauftragt, ein unkompliziertes und praxisorientiertes Förderprogramm für Forstbetriebsgemeinschaften aufzulegen. Dazu erklären Gregor Kaiser, Sprecher für Wald und Nachhaltigkeit der GRÜNEN Landtagsfraktion, und Jochen Ritter, Wald-Experte der CDU-Landtagsfraktion:


Gregor Kaiser: „NRW ist das Kleinprivatwaldland schlechthin, circa 63 Prozent der Waldfläche sind im privaten Besitz. Viele von den rund 150.000 Waldbesitzern sind in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen wie beispielsweise Forstbetriebsgemeinschaften organisiert, die fast ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement getragen werden.“

Unter den Waldbesitzern herrsche enormer Druck. Mehrere Dürrejahre, massive Schäden durch Borkenkäfer und Neustrukturierungen bei der Beförsterung, die zu zusätzlichen Aufgaben geführt hätten, brächten sie an ihre Belastungsgrenzen.

„Insbesondere das ehrenamtliche Engagement steht vor immer größeren Herausforderungen: Förderanträge, Abrechnungen, Ausschreibungen, Besteuerung. Wir wollen das ehrenamtliche Engagement der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse daher mit einem Sofortprogramm entlasten und unterstützen“, so Gregor Kaiser. Damit soll die Freude am Wald und Waldverwaltung erneuert werden.

Folgen bleiben herausfordernd

„Die Waldbesitzer in Nordrhein-Westfalen sind zur Bewältigung der Waldschäden in den vergangenen drei Jahren über die Extremwetterrichtlinie mit mehr als 100 Millionen Euro unterstützt worden. Allerdings bleiben die Folgen von Trockenheit und Schädlingsbefall herausfordernd“, sagt Jochen Ritter.

Deshalb sei der Zugang zu dem für 2022 mit 45 Millionen Euro gefüllten Fördertopf zu Beginn dieser Legislaturperiode vereinfacht worden. Zudem müssten sich die Waldbauern im Hinblick auf Holzvermarktung und Beförsterung organisatorisch neu aufstellen.

„Deshalb brauchen vor allem diejenigen, die nur kleine Flächen ihr Eigen nennen, Unterstützung – und zwar sowohl für ihr Engagement im Wald als auch am Schreibtisch. Die wollen wir den forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen auf möglichst einfache Art und Weise gewähren“, so Ritter.

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