Zwischen Tigerente und Kalteiche: Autobahnmeisterei im Wandel

Freudenberger Team betreut 64 Kilometer A45 und A4


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Das Team der Autobahnmeisterei Freudenberg, die auch für die A 45 und A 4 im Kreis Olpe zuständig ist. von Autobahn Westfalen
Das Team der Autobahnmeisterei Freudenberg, die auch für die A 45 und A 4 im Kreis Olpe zuständig ist. © Autobahn Westfalen

Freudenberg/Kreis Olpe. Wenn man auf der Autobahnmeisterei Freudenberg mit den Kollegen spricht, schwingt meist ein wenig Nostalgie in den Erzählungen mit. Nicht, dass früher alles besser war, aber die vergangenen Zeiten lassen bei dem ein oder anderen doch die Augen leuchten. „Es waren einfach andere Zeiten“ erinnert sich Dirk Werner – ein Urgestein der Meisterei.


1979 hat Dirk Werner in Freudenberg als Straßenwärter angefangen. „Es war familiär. Wer da war, der blieb“, so Werner. Geld sei damals nicht das Hauptaugenmerk für den Job gewesen. „Alle waren froh, einen sicheren Job zu haben.“

Seit 2022 leitet Thomas Kleber die Autobahnmeisterei Freudenberg, die für die A 45 zwischen Drolshagen und der Grenze zu Hessen und die A 4 zwischen Eckenhagen und Krombach/Olpe-Ost zuständig ist. Seitdem haben in Freudenberg zwölf neue Kollegen angefangen. Viele sind aber auch schon wieder weg oder in Rente gegangen. Deshalb muss sich das zusammengewürfelte Team erst wieder finden.

Am  höchsten gelegene Autobahnmeisterei

Die Autobahnmeisterei Freudenberg ist die am höchsten gelegene Autobahnmeisterei der Autobahn Westfalen. 320 bis 510 Höhenmeter in allen vier Himmelsrichtungen müssen die Jungs aus Freudenberg überwinden. Die höchsten Punkte sind die Kalteiche, Drolshagen (beide A45) Eckenhagen und die Krombacher Höhe (beide A4). „Das ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal und eine große Herausforderung im Winterdienst“, erzählt Kleber.

Und die vielen Brückenbaustellen und damit einhergehend die Baustellenverkehrsführungen machen es nicht einfacher. „Es ist eine echte Herausforderung für uns, die vorgegebenen Umlaufzeiten im Winter einzuhalten“, erklärt Kleber.

Auch der Austausch von Hinweisschildern gehört zum Aufgabenspektrum. von Autobahn Westfalen
Auch der Austausch von Hinweisschildern gehört zum Aufgabenspektrum. © Autobahn Westfalen

Beim Thema Winterdienst werden die erfahrenen Kollegen Dirk Werner (Kolonnenführer) und Mike Salomon (Platzwart) wehmütig. „Früher als es noch echte Winter mit sehr langen Kälteperioden gab, da war der Winterdienst ein echtes Abenteuer“, so Salomon. Und während die alten Hasen in Erinnerungen schwelgen, schleicht sich der Jet-Broom zurück in ihr Gedächtnis.

Sechs Jahre lang fanden zwei ganz besondere Winterdienst-Gefährte, die eigentlich sonst nur auf Flughäfen eingesetzt werden, ein Zuhause in Freudenberg. Hintergrund war ein Pilotprojekt, das Ende der 90er Jahre ins Leben gerufen wurde. Zu Testzwecken wurden die Flughafen-Schneeräumer auf der Autobahn eingesetzt – und zwar in Freudenberg und im Raum Kasseler Berge.

Der Jet-Broom, der zu Testzwecken in Freudenberg eingesetzt wurde. von Autobahn Westfalen
Der Jet-Broom, der zu Testzwecken in Freudenberg eingesetzt wurde. © Autobahn Westfalen

Die wegen ihrer Lackierung als Tigerente bezeichneten Fahrzeuge verfügten über zwei Motoren á 425 PS, der Motor im Heck diente ausschließlich dem Antrieb der Anbaugeräte. Im Dachbereich befand sich eine Turbine, mit deren Hilfe vor und hinter der Reinigungswalze die Autobahn freigeblasen wurde.

Der Zustand der Fahrbahn und Neigungsverhältnisse wurden automatisch erfasst und die Streumenge den Verhältnissen angepasst. „In voller Fahrt kam man sich wegen der Turbine vor wie in einem Jet“, schwärmt Dirk Werner noch heute. Sechs Jahre leistete das Gefährt gute Dienste im Winterdienst, dann wurde das Pilotprojekt eingestellt. Zu groß, zu schwer, zu breit“ lautete das Fazit.

Der Blick zurück bringt noch eine Veränderung zur Sprache. „Früher waren die Verkehrsteilnehmer irgendwie entspannter“, sagt Dirk Werner. Heute gebe es mehr Aggressionen und weniger Rücksichtnahme. „Jeder hat es eilig und der Respekt hat abgenommen“, so Werner weiter.

Infokasten

Die Autobahnmeisterei Freudenberg ist zuständig für

  • 64 Autobahnkilometer
  • 35 Kilometer Rampen
  • 1 Autobahnkreuz
  • 10 Anschlussstellen
  • 2 Tank- und Rastanlagen
  • 16 Rastplätze
  • 16 Talbrücken
  • 32 Regenwasserbehandlungsanlagen
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