Vereinsvormünder des SkF geben Kindern Schutz und Orientierung

Großes Aufgabengebiet


Julia Huck (l.), Gabriele Paar und Wolfgang Langenohl. von privat
Julia Huck (l.), Gabriele Paar und Wolfgang Langenohl. © privat

Siegen. Wenn Eltern die Verantwortung für ihre Kinder nicht wahrnehmen können, übernehmen Vormünder wichtige Aufgaben. Beim SkF Siegen sind derzeit drei qualifizierte Vereinsvormünder im Auftrag der Stadt Siegen und des Kreises Siegen-Wittgenstein tätig. Sie begleiten Kinder und Jugendliche, vertreten deren Interessen und treffen wichtige Entscheidungen für deren weitere Entwicklung.


Die Gründe für eine Vormundschaft sind unterschiedlich. Einige Kinder haben Vernachlässigung erlebt, andere mussten ihre Familie verlassen oder sind ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen. Die Arbeit der Vormünder geht dabei weit über rechtliche Angelegenheiten hinaus.

„Unser Auftrag beginnt dort, wo Kinder und Jugendliche besonders auf Schutz und Unterstützung angewiesen sind. Jede Entscheidung orientiert sich ausschließlich am Kindeswohl“, erklärt SkF-Geschäftsführer Wolfgang Langenohl.

Zu den Aufgaben gehören regelmäßige persönliche Treffen mit den jungen Menschen sowie Entscheidungen in schulischen, gesundheitlichen und finanziellen Fragen. Die Vormünder begleiten außerdem familiengerichtliche Verfahren und arbeiten mit Jugendämtern, Pflegefamilien, Wohngruppen, Schulen, Ärzten und therapeutischen Einrichtungen zusammen.

Schnelles Handeln erforderlich

Mitunter muss dabei schnell gehandelt werden. So kann innerhalb weniger Stunden eine neue Unterbringung notwendig werden oder die Zustimmung zu einer dringenden medizinischen Behandlung erforderlich sein. Gleichzeitig gehe es darum, Vertrauen aufzubauen, zuzuhören und die Interessen der Kinder ernst zu nehmen.

Wie wichtig diese Arbeit sein kann, zeigen Fälle aus der Praxis: Nach massiven familiären Konflikten musste beispielsweise für einen Jugendlichen kurzfristig eine neue Unterkunft gefunden werden. Gemeinsam mit Jugendamt und Einrichtung gelang es dem Vereinsvormund, ein stabiles Umfeld zu schaffen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Jugendliche weiterhin seine Schule besuchen konnte.

In einem anderen Fall benötigte ein Pflegekind kurzfristig eine Operation. Weil die Eltern nicht erreichbar waren, leitete der Vereinsvormund die notwendigen rechtlichen Schritte ein, sodass die Behandlung rechtzeitig erfolgen konnte.

Einfühlungsvermögen gefragt

Die drei Vereinsvormünder des SkF leisten damit nach Angaben des Vereins einen wichtigen Beitrag zum Kinderschutz in der Region. Neben rechtlicher Verantwortung seien dabei vor allem Einfühlungsvermögen, Verlässlichkeit und fachliche Kompetenz gefragt.

Der SkF Siegen bietet darüber hinaus verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien an. Weitere Informationen gibt es unter www.skf-siegen.de.

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