Mittelstand mit konkreten Vorschlägen für eine effiziente Einwanderung

Fachkräftezuwanderung


Matthias Merzhäuser ist regionaler Repräsentant des BVMW - Der Mittelstand. von privat
Matthias Merzhäuser ist regionaler Repräsentant des BVMW - Der Mittelstand. © privat

Berlin/Siegen. Der Bundesverband Der Mittelstand. BVMW begrüßt die Initiative der Bundesregierung, ein moderneres Einwanderungsrecht zu schaffen, um ausländische Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern leichter in Deutschland arbeiten zu lassen.


Der Verband sieht jedoch Verbesserungsbedarf beim entsprechenden Gesetzentwurf zur Reform des Einwanderungsgesetzes. „Leider gibt es immer noch Probleme bei der Visa-Vergabe von Fachkräften aus Drittstaaten – auch wenn nachweisbar Deutsch-Kenntnisse und Arbeitsverträge mit deutschen Unternehmen vorliegen,“ sagt der regionale Repräsentant des BVMW im Drei-Länder-Eck, Matthias Merzhäuser.

„Die regionale Wirtschaft sucht dringend Mechaniker, Maschinenbediener, Installateure, Handwerker und Fachkräfte in der Pflege und im Bereich Hotel und Gastronomie, die beispielsweise derzeit auf den Philippinen in Deutsch geschult werden und sofort in Deutschland arbeiten könnten – trotzdem ist die Visa-Vergabe und die Anerkennung ausländischer Qualifikationen immer noch problematisch.“

Deshalb hat der BVMW seinen Politischen Beirat dazu aufgefordert, Vorschläge zur effizienten Behebung des Fachkräftemangels, insbesondere in mittelständischen Unternehmen, zu unterbreiten. „Der Fach- und Arbeitskräftemangel ist Wachstumshemmnis Nummer eins und wird zu einer echten Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbandes Der Mittelstand.

Verbesserungsvorschläge unterbreitet

Die Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung lasse jedoch laut Jerger in Teilen zu wünschen übrig. Die BVMW-Kommission für Arbeit und Soziales sowie die BVMW-Kommission für Bildung hat deshalb nun in einer gemeinsamen Stellungnahme an die zuständigen Ministerien Verbesserungsvorschläge unterbreitet.

Die Vorschläge beziehen sich auf die Bereiche Arbeitnehmerüberlassung, Anerkennungspartnerschaften und Chancenkarte, Digitalisierung der Verwaltung und Kommunikation in englischer Sprache. Vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es an Kapazitäten, Fachkräfte im Ausland zu werben.

Schnelle Umsetzung gewünscht

Wenn der Fachkräftezuzug auch zum Wohle des Mittelstands geschehen soll, müsse, so die Empfehlung der Kommissionen, über konkrete Möglichkeiten der Arbeitnehmerüberlassung gesprochen werden. Die Zeitarbeitsbranche, so der Vorschlag der beiden BVMW-Kommissionen, könnte beispielsweise unter bestimmten tariflichen Rahmenbedingungen Fachkräfte für den Mittelstand unter sicheren Arbeitsbedingungen garantieren.

Die neuen Instrumente wie Anerkennungspartnerschaften und Chancenkarte seien zwar begrüßenswert, führten jedoch nur begrenzt zu mehr Einwanderung von qualifizierten Fachkräften. Der Mittelstand. BVMW setzt sich dafür ein, dass die beschlossene Fachkräftestrategie schnellstmöglich umgesetzt wird und der Fachkräftemangel effizient und nachhaltig behoben werden kann.

Dabei spielen insbesondere die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die gezielte Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle.

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