Bisher knapp 12 Mio. Euro für 744 Kilometer ASP-Zäune in Südwestfalen

Freie Wähler fordern Wirksamkeitsbilanz


Topnews
Symbolfoto ASP, Schutzzaun, Sperrzone von Nils Dinkel
Symbolfoto ASP, Schutzzaun, Sperrzone © Nils Dinkel

Kreis Olpe/Südwestfalen. Rund 744 Kilometer Festzaun sind zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest inzwischen in Südwestfalen errichtet worden. Davon entfallen 402 Kilometer auf den Kreis Siegen-Wittgenstein, 190 Kilometer auf den Kreis Olpe und 153 Kilometer auf den Hochsauerlandkreis.


Das geht aus einer Antwort des NRW-Landwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage von Benjamin Grimm, Landesvorsitzender der Freien Wähler, hervor. Das Ministerium kalkuliert für den Zaunbau mit 16.000 Euro pro Kilometer. Bei 744 Kilometern entspricht dies Baukosten von knapp 11,9 Millionen Euro. Kosten für Unterhaltung, Kontrolle und Reparaturen kommen noch hinzu. Die abschließenden Rechnungen für die bisherigen Maßnahmen liegen dem Land noch nicht vor.

Für den Siegener Benjamin Grimm, der die Freien Wähler NRW als Spitzenkandidat in die Landtagswahl führen wird, ist eine belastbare Kosten-Nutzen-Bilanz notwendig: „Tierseuchenschutz ist notwendig. Aber 744 Kilometer Zaun sind noch kein Beleg für 744 Kilometer Nutzen. Wer fast zwölf Millionen Euro allein für den Bau ausgibt, muss auch sagen können, was diese Millionen konkret bewirken.“

Sebastian Grimm (Freie Wähler) hat nach den Kosten der ASP-Zäune gefragt. von privat
Sebastian Grimm (Freie Wähler) hat nach den Kosten der ASP-Zäune gefragt. © privat

Auf Grimms Frage nach messbaren Erkenntnissen zur tatsächlichen Wirksamkeit verweist das Ministerium unter anderem auf Erfahrungen aus Belgien sowie auf mögliche Wanderbewegungen von Wildschweinen. Aus diesen Erkenntnissen folgert das Ministerium, dass die Ausbreitung der Virusinfektion durch den Zaunbau in Nordrhein-Westfalen „deutlich begrenzt“ worden sei.

Bau noch nicht abgeschlossen

Dazu Sebastian Grimm: „Das Ministerium hält die Zäune für wirksam. Was weiterhin fehlt, ist eine belastbare Zahl, die den konkreten Beitrag dieser inzwischen enormen Infrastruktur beziffert. Gerade in Zeiten leerer kommunaler Kassen müssen wir bei öffentlichen Ausgaben genau hinsehen.“

Nach Angaben des Ministeriums werden die errichteten Zäune stetig kontrolliert. Schäden würden selten festgestellt. Gleichzeitig ist das Zaunsystem noch nicht abgeschlossen. Das Land plant weitere sogenannte „Weiße Zonen“, die möglichst wildschweinfrei sein sollen, um Infektionsketten zu unterbrechen. Wie viele weitere Kilometer Zaun dafür gebaut werden sollen, konnte das Ministerium bislang noch nicht beziffern.

Artikel teilen: