Zu wenig bezahlbarer Wohnraum und Optimierungsbedarf beim ÖPNV

Unternehmerbefragung Attendorn


Thorsten Wottrich (links), Betriebsratvorsitzender der Firma Gedia, regte die Gründung eines Unternehmerstammtischs an. Daneben Sylvia Gante, Vorstand Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem, und Bürgermeister Christian Pospischil. von Nicole Voss
Thorsten Wottrich (links), Betriebsratvorsitzender der Firma Gedia, regte die Gründung eines Unternehmerstammtischs an. Daneben Sylvia Gante, Vorstand Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem, und Bürgermeister Christian Pospischil. © Nicole Voss

Attendorn. Wichtigste Punkte der Ergebnisse der Unternehmerbefragung zum Thema „Gewinnung von Fachkräften“ sind die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Optimierung des ÖPNV, mehr Parkmöglichkeiten und Pendlerparkplätze sowie die Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Keine neuen Erkenntnisse, aber Dinge, bei denen sich die Stadt Attendorn auch weiterhin um Lösungsansätze bemüht.


Wichtige Faktoren sind laut der Ergebnisse der Umfrage, die Christof Schneider (Amt für Bürgerservice und Wirtschaftsförderung) am Dienstag, 29. Oktober, im Attendorner Rathaus präsentierte, auch die langfristige Bindung von Fachkräften, die Attraktivierung der Stadt und die Nachfrage nach „Boardinghouse-Angeboten“ bei größeren Firmen.

Auf Initiative des Beirats des Stadtmarketings und Tourismus wurden Anfang dieses Jahres Fragebögen an 115 Unternehmen in Attendorn verschickt. Bürgermeister Christian Pospischil, Kämmerer Klaus Hesener und Christof Schneider zeigten sich mit der Rücklaufquote von rund 40 Prozent (45 Fragebögen) zufrieden. Die Bewertung des vorhandenen Wohnraums ergab, dass das Angebot zu teuer und zu wenig vorhanden sei.
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Bürgermeister Pospischil räumte ein, dass es schwierig sei, das  Wohnungsangebot auszuweiten. Die Stadt ergreife die Initiative, indem auf den Gründstücken der zwei abzureißenden Asylbewerberheime neue Wohnungen (40 bis 80 Quadratmeter) entstehen sollen. Vermieter, die Wohnraum zu günstigen Quadratmeterpreisen vermieten, sollen über einen befristeten Zeitraum eine Förderung bis zu einem Viertel der Mietkosten erhalten.

In zukünftigen Neubaugebieten sollen Flächen für die Entstehung von bezahlbarem Wohnraum vorgehalten werden. „Wir können das Problem nicht lösen. Das muss der Markt erledigen. Es ist eine Problemstellung, die nur gemeinsam, in Zusammenarbeit lösbar ist“, so Pospischil.
Ausbau der Radwege-Infrastruktur
Auch beim ÖPNV, der immer wieder Thema ist, räumten die Verantwortlichen Optimierungsbedarf ein. Angeregt wurde beispielsweise ein Pendelverkehr zwischen der Stadt und den Industriegebieten. Pospischil sagte, dass die Stadt alternative Angebote forciere und nannte dabei den Ausbau der Radwege-Infrastruktur und die Einrichtung eines Citybusses - primär für die Bewohner der „Außenbezirke“ und Kunden.
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Zum Parkraumkonzept verriet das Stadtoberhaupt, dass an jedem der Stadttore ein Parkhaus oder Parkplätze, ähnlich des Parkraumkonzeptes am Feuerteich, entstehen solle. Christian Pospischil machte kein Hehl daraus, dass in der Innenstadt bereits einige Parkflächen entfallen sind weitere folgen werden.

Stattdessen setze die Stadt auf Parkflächen außerhalb der Innenstadt, da 200 Meter Fußweg zumutbar seien. Für gehandicapte Menschen gibt es weiterhin Parkflächen in der City. Die Bilanz des Bürgermeisters: Es sind mehr Parkflächen geworden. Sie liegen nur in den Randgebieten. Da müsse ein Umdenken stattfinden.
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Thematisiert wurde auch das Ringen um die Auszubildenden und Fachkräfte und die Bedenken, dass „Kopfprämien“ die Runde machen. „Es kann nicht sein, dass wir uns die Mitarbeiter abkaufen“, so Thorsten Wottrich, Betriebsratsvorsitzender der Firma Gedia, der abermals anregte, einen Unternehmerstammtisch aufzubauen. Kämmerer Klaus Hesener sagte. „Ich denke, dass ist eine große Chance. Wir checken den Bedarf."
Zusammenarbeit mit der Uni Siegen
Bei der Digitalisierung arbeitet die Stadt Attendorn mit der Uni Siegen an Strategien, die eine ausreichende Breitbandversorgung voraussetze. Der Ausbau sei teilweise noch in der Ausschreibung. Themen bei der Digitalisierung sind unter anderem der Bürokratie-Abbau, die Qualifizierung der Unternehmen und die Vernetzung von Bildung und Wirtschaft.
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