Von der Dämmerung bis zum Fastenbrechen: Der Fastenmonat Ramadan

Tagsüber verzichten, abends gemeinsam feiern


  • Attendorn, 24.03.2025
  • Glaube & Religion
  • Von Jana Becker
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Während Ramadan treffen sich die Muslime aus Attendorn jeden Abend zum gemeinsamen Fastenbrechen und Beten in dem Moschee-  und Kulturverein Attendorn. von Jana Becker
Während Ramadan treffen sich die Muslime aus Attendorn jeden Abend zum gemeinsamen Fastenbrechen und Beten in dem Moschee- und Kulturverein Attendorn. © Jana Becker

Attendorn. Es ist ein Moment, auf den sich Muslime den ganzen Tag während Ramadan freuen: das Fastenbrechen ab Sonnenuntergang. LokalPlus hat das Fastenbrechen des Moschee- und Kulturvereins Attendorn begleitet.


Der Fastenmonat Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender. In diesem Jahr hat Ramadan am 1. März begonnen und geht 29 Tage. In dieser Zeit sollen Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Nahrung verzichten.

Nach Sonnenuntergang wird täglich das Fastenbrechen (Iftar) begannen. Der Beginn verschiebt sich jeden Tag um zwei bis drei Minuten, denn die genaue Uhrzeit ist abhängig vom Sonnenuntergang. Schon bevor es soweit ist versammelt sich die muslimische Gemeinde in den Räumen des Moschee- und Kulturvereins Attendorn. Hier begehen sie gemeinsam das Fastenbrechen.

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Ein extra eingeflogener Koch aus der Türkei verköstigt alle, die zum gemeinsamen Fastenbrechen in den Räumen des Moschee- und Kulturvereins Attendorn begehen.

Der Verein hat für das Fastenbrechen extra einen Koch aus der Türkei eingeflogen. Jeden Abend kocht er mit der Hilfe der muslimischen Gemeinde türkisches Essen. Jeden Tag ein anderes Gericht. Wenn Reste übrigbleiben, werden die mitgenommen für alle, die noch arbeiten müssen und nicht am gemeinsamen Fastenbrechen teilnehmen können.

Für das Essen trifft man sich im Kulturverein, Jung und Alt sitzen beisammen und genießen gemeinsam die ersten Speisen und Getränke nach Stunden des Fastens. Es gibt Suppe, Reis, Tee und diverse Desserts. Die Stimmung ist ausgelassen, der Raum erfüllt von Stimmengewirr und dem Klappern von Besteck. Auch der Imam der Gemeinde Faruk Demir nimmt an dem gemeinsamen Essen teil und leitet Tischgebet.

Nach dem alle gesättigt sind, schließt sich das gemeinschaftliche Abendgebet an. Das wird extra um ein paar Minuten verschoben. Denn mit leeren Magen kann man sich nicht so gut konzentrieren, erklärt Meliz Yesilyurt. Sie ist Theologin und erst vor acht Monaten nach Attendorn gezogen. Es ist ihr erster Fastenmonat mit der muslimischen Gemeinde hier.

Fünf Gebete täglich

Betreten wird die Moschee immer mit dem rechten Fuß. Zuvor werden die Schuhe ausgezogen, damit der Dreck draußen bleibt, so Meliz Yesilyurt. Das ist wichtig, weil beim Beten die Stirn den Boden berührt.

Fünfmal täglich finden hier Gebete statt. Ein Bildschirm an der Wand zeigt die genauen Zeiten an: Es gibt das Morgens-, Mittags-, Nachmittags-, Abends- und Nachtgebet. Alle bestehen aus unterschiedlich vielen Einheiten.

Während Ramadan wird das Nachtgebet durch das zusätzliche Tarawih-Gebet verlängert. So dauert das Nachtgebet dann 50 Minuten. „Neben seiner spirituellen Bedeutung kann die Bewegung während des Gebets auch die Verdauung nach dem Fastenbrechen unterstützen“, sagt Meliz Yesilyurt.

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Während Ramadan treffen sich die Muslime aus Attendorn jeden Abend zum gemeinsamen Fastenbrechen und Beten in dem Moschee- und Kulturverein Attendorn.

In den letzten zehn Tagen des Ramadan findet zusätzlich das Tahajjud-Gebet nachts um 3 Uhr statt: „Man bemüht sich besonders, um für den Festtag gereinigt zu sein“, so die Theologin.

Laut ihr ist Ramadan auch ein Fest der Nächstenliebe. Deshalb werden jedes Jahr zahlreiche Gäste zum Fastenbrechen eingeladen. So zum Beispiel der Bürgermeister, Vertreter der Polizei, Schulen aus der Umgebung aber auch andere muslimischen Gemeinden von Nah und Fern.

Das Ende des Fastenmonats Ramadan wird mit einem mehrtägigen Fest gefeiert, das Ramadanfest. In diesem Jahr findet es vom 30. März bis zum 1. April statt.

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