Update: Auslaufende Chemikalie sorgt für Großeinsatz in Ennest

Einsatz nach mehr als fünf Stunden beendet


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Aufgrund einer auslaufenden Chemikalie aus dem Kanister eines Lkw sind rund 90 Feuerwehrleute im Ennester Industriegebiet im Einsatz. von Kai Osthoff
Aufgrund einer auslaufenden Chemikalie aus dem Kanister eines Lkw sind rund 90 Feuerwehrleute im Ennester Industriegebiet im Einsatz. © Kai Osthoff

Ennest. Rund 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind am Mittwochnachmittag, 19. April, zu einem Gefahrgutunfall im Industriegebiet in Ennest ausgerückt. In einem Lastkraftwagen trat eine Chemikalie aus einem beschädigten Kanister aus. Um 20.06 Uhr wurde der Einsatz beendet.


Update von 20.10 Uhr: Um 20.06 Uhr - mehr als fünf Stunden nach Alarmierung - ist der Einsatz in Attendorn beendet.

Update 18.40 Uhr: Messungen durch den Mess-Zug ergaben recht schnell: keine Gefahr für die Bevölkerung. „Dadurch wurde der Einsatz für uns zu einer statischen Lage. Aber dennoch nicht ungefährlich. Denn wichtig war, dass sich die geladenen Gefahrenstoffe, die auf Paletten standen, nicht vermischten“, so Schnatz.

Die Siemensstraße wurde bereits ab der Benzstraße für den Verkehr durch einen Streifenwagen und durch das Ordnungsamt mit entsprechenden Absperrvorrichtungen gesperrt. Auch die Röntgenstraße wurde gesperrt. Nach einiger Zeit räumten die Feuerwehrkräfte die Kanister von der Ladefläche.

15 Liter Hypochlorit-Lösung ausgelaufen

Gegen 18.02 Uhr konnte der Pressesprecher benennen, dass es sich bei dem ausgetretenen Gefahrstoff um Hypochlorit-Lösung handelte. Davon waren rund 15 Liter ausgelaufen. Zusätzlich hatte der Gefahrgut-Lkw Salzsäure geladen. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Nicht zuletzt, da die Feuerwehr sehr bedacht und mit höchster Vorsicht vorgegangen war.

An der Einsatzstelle schaffte der Dekonzug der Feuerwehr Attendorn einen Platz zur Dekontamination der Einsatzkräfte. von Feuerwehr Attendorn
An der Einsatzstelle schaffte der Dekonzug der Feuerwehr Attendorn einen Platz zur Dekontamination der Einsatzkräfte. © Feuerwehr Attendorn

Neben der Feuerwehr war auch das Ordnungsamt durch die Leiterin Danica Struck vertreten. Für die Sicherheit der Einsatzkräfte sorgte der Rettungsdienst. Die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm am Abend das DRK Attendorn.

90 Einsatzkräfte vor Ort

Ursprünglicher Bericht von 17.20 Uhr: Begonnen hat der Einsatz gegen kurz vor 15 Uhr. Mit dem Einsatzstichwort „ABC 3 / Gefahrgutunfall größere Mengen“ waren nach und nach rund 90 Einsatzkräfte der Einheiten Attendorn, Ennest, Listerscheid, Neu-Listernohl, Wenden, Olpe und Finnentrop in die Siemensstraße nach Attendorn gerufen worden: Auf der Rückkehr von einer Firma hatte der Fahrer des Lkw eine Pfütze in der Nähe des Fahrzeugs bemerkt. Auch der Rettungsdienst des Kreises Olpe wurde geschickt.

Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. von Feuerwehr Attendorn
Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. © Feuerwehr Attendorn

Zwei Trupps verschafften sich unter Atemschutz und mit Chemievollschutzanzügen ein Bild von der Situation. Auf der Ladefläche des Lkw sind mehrere Kanister mit verschiedenen Chemikalien gelagert, die noch keinen Berührungskontakt hatten.

Flüssigkeiten dürfen sich nicht berühren

Aus einem 20-Liter-Kanister sei eine Chemikalie ausgelaufen, informierte Christian Schnatz, Pressesprecher der Feuerwehr Attendorn. Wichtig sei, dass sich die Chemikalien nicht berühren oder vermischen. Man könne noch nicht abschätzen, was in diesem Fall passieren könne. Auch sei nicht klar, welche Flüssigkeiten nebeneinander stehen.

Eine weitere Schwierigkeit sei, dass der beschädigte Kanister nicht am Rand der Ladefläche, sondern in der Mitte platziert ist. Aufgrund des Einsatzes ist die Siemensstraße aktuell (Stand 17.15 Uhr) komplett gesperrt. Gefahren für Anwohner gibt es derzeit keine.

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