Turbokreisel-Bau: So werden Fahrer bei der Sperrung umgeleitet

Verkehr zwischen Olpe und Attendorn fließt ungehindert


  • Attendorn, 27.03.2026
  • Straße & Verkehr
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Attendorn. Den Verkehrsteilnehmern in Attendorn steht ab Montag, 13. April, eine weitere Geduldsprobe bevor: Im Zuge des Neubaus der Ihnetalbrücke und der Errichtung eines Turbokreisels an der L 512 wird der Abzweig auf die Ihnestraße in Richtung Meinerzhagen für drei Monate gesperrt. Welche Maßnahmen getroffen werden, um den Verkehr möglichst problemlos umzuleiten, hat Danica Struck, Leiterin des Amts für öffentliche Ordnung der Stadt Attendorn, in der Ratssitzung am Mittwoch, 25. März, ausführlich erläutert.


Die gute Nachricht sei, dass der Verkehr zwischen Olpe und Attendorn weiterhin ungehindert an der Baustelle vorbeifahren kann. Die Sperrung betreffe lediglich die Ihnestraße und somit nur die Strecke Meinerzhagen-Attendorn.

Zunächst sei der Plan, alle Lkw schon an der A 45 abzufangen und weiträumig über Landstraßen umzuleiten. Pkw sollen durch Neu-Listernohl und Fernholte umgeleitet werden. Die Ortseinfahrt Neu-Listernohl wird gesperrt. Die Ortsdurchfahrt wird dann aus Meinerzhagen kommend nur über Petersburg und die alte Handelsstraße und aus Attendorn kommend über die Zufahrtsstraße an der JVA bzw. dem Industriegebiet Eckenbach möglich sein.

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Um die Verkehrslage im Ort zu entzerren, soll der Petersburger Weg eine Einwegstraße werden und somit ein Ringverkehr entstehen. Um weitere Konflikte auf der Kölner Straße zu vermeiden, wird die Ampel an der Kreuzung zur JVA abgeschaltet.

In der Ewiger Straße wird für die Dauer der Sperrung ein Halteverbot bestehen. Außerdem werde man Tempo 30 einführen und mobile Displays in Petersburg aufstellen, die dazu beitragen sollen, dass Fahrer die Geschwindigkeit reduzieren, erklärte Danica Struck. Für die Fußgänger sollen optionale Fußgängerampeln aufgestellt werden und provisorische Zebrastreifen auf der Ewiger Straße ein sicheres Queren ermöglichen.

„Auf Konflikte reagieren“

Auch auf eine Notlage sei die Stadt vorbereitet: Die Straße Bausenberg, die aktuell für den normalen Verkehr gesperrt ist, wird für Polizei und Rettungswagen freigegeben. Und da die Verkehrslage sich auch negativ auf die Einsatzmöglichkeiten des Löschzugs Ihnetal auswirken kann, wird der Löschzug Attendorn gegebenenfalls einspringen und das kompensieren.

Trotz der vielen Maßnahmen müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf Einschränkungen und ein hohes Verkehrsaufkommen einstellen. „Ganz wegdrücken können wir den Verkehr nicht“, so Danica Struck. „Wir müssen schauen, wie sich das entwickelt, und versuchen, auf Konflikte zu reagieren.“ Nachjustierungen seien jederzeit möglich.

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Sorgen über die bevorstehende Sperrung werden vor allem bei den Bewohnern Neu-Listernohls laut. Der Dorfverein Neu-Listernohl teilte in einem Bericht mit, dass das Thema auch bei der Jahreshauptversammlung viel Raum einnahm. Man blicke mit Sorge auf die bevorstehende Vollsperrung der Ihnestraße, heißt es. Die Vereinsmitglieder befürchten, dass sich der gesamte Verkehr durch Neu-Listernohl bewegt, und erwarten starke Behinderungen und Unfälle.

Die Fakten

Der Neubau der Ihnetalbrücke ist laut den Verantwortlichen von Straßen.NRW momentan die größte Baumaßnahme im Bereich der Niederlassung Südwestfalen. Die ganze Maßnahme schlägt mit rund 18 Millionen Euro zu Buche. Die endgültige Fertigstellung der Arbeiten ist für Sommer 2027 anvisiert (LokalPlus berichtete).

Die Ihnetalbrücke ist Teil eines größeren Ausbau-Projekts der L 512 zwischen Olpe und Attendorn von Straßen.NRW. Der rund zehn Kilometer lange Ausbau umfasst neue Kreisverkehre, breitere Radwege, eine neue Radwegebrücke und neue Parkplätze. Das Projekt wurde vom Ministerium für Verkehr des Landes NRW im Landesstraßenbauprogramm 2022 aufgenommen, womit die finanziellen Mittel von 88,3 Millionen Euro bereitgestellt werden (Quelle: Straßen.NRW)

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