Als erster Betrieb in der Region hat die Firma Beulco aus Attendorn eine Gruppe der Werthmann-Werkstätten übernommen. Die Bilanz könnte nach der Erprobungsphase nicht besser ausfallen: Die Beulco-Geschäftsleitung ist sehr zufrieden mit dem Einsatz der sechs Beschäftigten mit geistigen Behinderungen und hat aufgrund der guten Auftragslage sogar um eine Aufstockung der Gruppe gebeten.
Schon seit vielen Jahren werden in den Werthmann-Werkstätten Montage- und Elektroarbeiten für heimische Unternehmen ausgeführt. Gemäß dem Kernauftrag der Einrichtung, Arbeit für Menschen mit Behinderungen möglich zu machen, werden die Mitarbeiter nicht nur in den Werkstätten beschäftigt. „Unser Ziel ist es, unsere Beschäftigten bei Eignung auf den regulären Arbeitsmarkt zu vermitteln“, erklärte Leiter Andreas Mönig. Inzwischen sei schon eine Vielzahl von Werkstattbeschäftigten auf betriebsintegrierte Einzel-Arbeitsplätze in heimischen Unternehmen vermittelt worden.
Auch für die Firma Beulco werden in den Werkstätten schon seit vielen Jahren Montagearbeiten verrichtet. Mit der neuen Außen-Arbeitsgruppe wagten beide Seiten ein neues Experiment. „Wir haben die sechs Stellen intern in unseren Werkstätten in Attendorn, Lennestadt, Welschen Ennest und Olpe ausgeschrieben, und es haben sich 18 Interessenten gemeldet“, berichtet Dirk Schürmann, Abteilungsleiter der Abteilung Attendorn. Nachdem die Mannschaft gebildet wurde, startete am 1. Juni - nach einer zweiwöchigen Kennenlernphase - die dreimonatige Projekterprobung.
Die sechs Beschäftigten im Alter von Mitte 20 bis Mitte 40 haben wegen des Transfers – einige nutzen öffentliche Verkehrsmittel - ein etwas anderes Arbeitszeitmodell als ihre Kollegen in der Montage. Mit großem Ehrgeiz sind sie „mittendrin“. Bei ihrer Arbeit werden sie von Gruppenleiter Andreas Maiworm oder dem Vertreter Rüdiger Koch begleitet, sodass sie einen ständigen Ansprechpartner haben. Der Zusammenhalt in der Gruppe ist durch das tägliche Miteinander gewachsen: Die Mitarbeiter sind schon gute Freunde geworden. Sie freuen sich bei Beulco zu arbeiten und fühlen sich dadurch als Teil der Gesellschaft.
Auch die Geschäftsleiter Lutz Schopen und Ralf Weidner sind mit den neuen Mitarbeitern sehr zufrieden. „Wir waren gespannt, wie es läuft. Anfänglich hatten wir leichte Bedenken, wie und ob es funktioniert und wie die Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern klappt.“ Denn die Gruppe von Werthmann wurde nicht isoliert untergebracht, sie ist mittendrin. Doch alles habe sich sehr positiv entwickelt. „Der Inklusionsgedanke funktioniert, die Montagearbeiten sind passend und das im Vorfeld fixierte Aufgabengebiet konnte aufgrund der gezeigten Flexibilität bereits während der Erprobungsphase erweitert werden. Bisher ist das Projekt ein voller Erfolg und es gilt nun zu planen, wie es genauso erfolgreich mit einer verstärkten Gruppe weitergehen kann.
Über das positive Feedback und den Vertrauensvorschuss freute sich Andreas Mönig: „Unsere Menschen mit Behinderungen benötigen einen gewissen Rahmen. Wenn sie sich auskennen, wachsen sie mit ihren Aufgaben. Dann ist eine Menge möglich.“ Dass die Außen-Arbeitsgruppe nun um zwei Personen aufgestockt werden soll, ist ein sichtbarer Beleg für das gute Funktionieren. Um Ausfälle bei Urlaub und Krankheit zu kompensieren, soll zwecks besserer Stabilität der Gruppe ein dauerhafter Pool gebildet werden. Dafür werden die Menschen mit Behinderungen in Projekten aus dem Berufsbildungsbereich der Werkstätten und durch Praktika stark gemacht.
„Von diesem positiven Ergebnis mit unserer ersten betriebsintegrierten Arbeitsgruppe versprechen wir uns eine Signalwirkung“, so Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten. „Wir würden uns freuen, wenn auch andere Firmen mit Arbeitsplätzen außerhalb der Werkstätten zur Inklusion beitragen und Menschen mit Behinderungen eine bessere Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen.“ (LP)
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