St.-Ursula-Gymnasiasten setzen sich mit Verbrechen der NS-Zeit auseinander
Erinnerungskultur in Buchenwald
- Attendorn, 25.10.2023
- Schule & Bildung
Attendorn. Fünf sehr intensive Tage der Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten hat die AG Erinnerungskultur des St.-Ursula-Gymnasiums Attendorn in der vergangenen Woche bei ihrer Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald verbracht.

Begleitet von den Geschichtslehrern Christoph Schulte und Doris Kennemann nahmen die 22 Teilnehmer Eindrücke mit, die sie wohl nie vergessen werden.

Schon durch die Unterbringung in einem Gebäude der ehemaligen SS-Kasernen, höchstens 200 Meter vom Lagertor des Konzentrationslagers entfernt, war die Thematik der Exkursion allzeit präsent. Ein pädagogischer Begleiter von der Gedenkstätte Buchenwald sorgte in seiner umsichtigen Art dafür, dass die Jugendlichen immer wieder aufgefangen wurden und das Erlebte reflektieren konnten.

Im Mittelpunkt des Programms stand die Erkundung einzelner Stationen des Lagers, die auf mehrere Tage verteilt war. Die Jugendlichen vollzogen den Weg der Inhaftierten von ihrer Ankunft am Bahnhof über den sogenannten „Caracho-Weg“ zum Lagertor bis zu den Baracken, dem Arbeitseinsatz im Steinbruch und schließlich als letzter Station, dem Krematorium, nach. Spätestens in diesem Moment war ihre tiefe Betroffenheit deutlich spürbar.
Unterbrochen wurde die Erkundung durch einen Besuch der nahe gelegenen Stadt Weimar, der Stadt von Goethe und Schiller. Den Jugendlichen wurde bewusst, dass die Geschehnisse im Lager damals der Bevölkerung nicht verborgen geblieben sein konnten.

Die Frage nach der Verantwortlichkeit vertieften sie in der ehemaligen Fabrik „Topf und Söhne“ in Erfurt, die die Krematorien unter anderem für Buchenwald und das Vernichtungslager Auschwitz produzierte.
Des Weiteren lernten die Jugendlichen bei einer Stadtführung das jüdische Erfurt kennen und setzten sich in Workshops mit der historischen Aufarbeitung des Themas Antisemitismus auseinander. Den Abschluss bildete ein Besuch der 1958 von der Staatsführung der DDR errichteten „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“.
