Spannendes & lehrreiches Affentheater

Ausstellung "Vom Affen zum Ich" in Attendorn eröffnet


  • Attendorn, 12.06.2016
  • Von Barbara Sander-Graetz
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    Redaktion

Zahlreiche Exponate sind zur Zeit in Attendorn zu bestaunen. von Barbara Sander-Graetz
Zahlreiche Exponate sind zur Zeit in Attendorn zu bestaunen. © Barbara Sander-Graetz

Am Sonntag, 12. Juni, wurde im Südsauerlandmuseum Attendorn die Sonderausstellung „Vom Affen zum ich“ eröffnet. Sie führt die Besucher durch eine Erfolgsgeschichte, die vor sieben Millionen Jahren begann. Als ein Klimawandel die afrikanische Landschaft veränderte, blieb den dort lebenden Primaten nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zu machen – zu höheren Evolutionsstufen.


Stammt der Mensch vom Affen ab? Oder hatten sie gemeinsame Vorfahren? Und seit Peter Fox’ Superhit weiß man auch, dass es „Stadtaffen“ in der Stadt voller Affen gibt. „Manche Menschen haben einen höheren Anteil Neandertaler-Gen in sich als andere“, ist sich auch Museumsleiterin Monika Löcken sicher. Aber ansonsten ist vieles offen. Zeitzeugen? Fehlanzeige. Immerhin geht die Zeitrechnung hier in Millionenschritten zurück. Aber es ist eine spannende Geschichte, in der es viel Unbekanntes zu entdecken gibt. Das ist auch die Faszination, der Wolfgang Hesse, Vorsitzender des Kulturausschusses des Kreises Olpe, immer noch erliegt. „Als ich in der Höhle von Lascaux im französischen Département Dordogne die Höhlenmalereien gesehen habe, habe ich das als ein Guckloch in die Geschichte erlebt. Diese Faszination hat mich nie verlassen“, erklärte er bei der Eröffnung der Ausstellung. Neue Nahrung für diese Leidenschaft lieferte ihm ein Besuch im Nationalmuseum in Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien. Dort ist unter anderem eine Nachbildung von „Lucy“ zu sehen, dem 1974 im Afar-Dreieck entdeckten Teilskelett eines vermutlich weiblichen Vertreters der Art Australopithecus afarensis. Diese Affen seien die ersten Vorfahren der heutigen Menschen mit aufrechtem Gang gewesen, erklärte Hesse. Die zweite Nachbildung eben jenes Teilskelettes ist nun in Attendorn zu sehen.
Spannung durch offene Fragen
Daneben beschäftigt Wolfgang Hesse die Frage, ob alle Menschen wirklich von einem gemeinsamen Vorfahren aus Ostafrika abstammen, oder ob es womöglich andere auch Ursprünge gibt. „Ich habe nicht den Anspruch, das zu wissen“, richtete sich Hesse an die zahlreichen Anwesenden, „und ich kann Ihnen versprechen, dass diese Ausstellung Ihnen mehr Fragen als Antworten präsentieren wird – aber genau das macht es schließlich auch so spannend.“ Eine Antworte auf die Frage der Evolution gab anschließend Museumsleiterin Monika Löcken in ihrem Vortrag: „Woher wir kommen, steht wissenschaftlich nahezu fest. Wir versuchen hier den weiteren Weg in dieser Ausstellung aufzuzeigen, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.“
Ab sofort bis Oktober geöffnet
Musikalisch wurde die Eröffnungsveranstaltung von den Brüdern Jona und Selmo Schmandt, alias „Duo Gemini“, hervorragend abgerundet. Im Anschluss wurde die Ausstellung schließlich für die Besucher geöffnet und kann fortan bis zum 23. Oktober besucht werden.
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