So feiern Familien Ostern in Attendorn

Die Faszination des Attendorner Osterbrauchtums


  • Attendorn, 01.04.2018
  • Von Barbara Sander-Graetz
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    Redaktion

Semmel segnen ist der Auftakt des Osterbrauchtums am Karsamstag von Barbara Sander-Graetz
Semmel segnen ist der Auftakt des Osterbrauchtums am Karsamstag © Barbara Sander-Graetz

Attendorn. Ostern in Attendorn ist für viele etwas Besonderes. Das Fest mit seinen Vorbereitungen ist auch eine Familienangelegenheit. Traditionen werden weiter gegeben und schon Kinder erleben von klein an, was es heißt, am Osterbrauchtum teilzuhaben. Drei Familien geben Lokalplus einen kleinen Einblick in ihr Ostern in Attendorn.


Eigentlich kommen Stefan und Jeanette Schattenberg aus Sachsen-Anhalt. Doch vor zwölf Jahren kam das Paar aus beruflichen Gründen zu Mubea in Attendorn und gründete hier eine Familie. Die Kinder Melissa, Clara und Johannes wurden in Attendorn geboren und sind hier aufgewachsen. „Das besondere Osterbrauchtum in Attendorn hat uns von Anfang an fasziniert und schnell war klar, da bringe ich mich aktiv ein“, erklärt Stefan Schattenberg. In der Waterpoote wurde er aufgenommen und war sofort ein aktiver Poskebruder. Und auch die Kinder gingen mit Liebe in den Wald zum Holzstellen, Kreuzschlagen und -vermessen sowie zum Osterfeuer „auf den Kopp“.
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Doch vor eineinhalb Jahren stand wieder ein beruflicher Wechsel an, und die Familie verschlug es in die Nähe von Passau. „Doch Ostern, da ist man in Attendorn“, war sich die Familie einig. Während Papa Stefan schon zum Holzstellen in den Wochen zuvor nach Attendorn reiste, ist die komplette Familie über die Ostertage in der Hansestadt. „Wir wohnen in der Zeit auf dem Campingplatz an der Waldenburger Bucht und genießen jede Minute in unserer alten Heimat“, freut sich auch Mutter Jeanette.
Zu Ostern zurück nach Attendorn
Papa Stefan ist natürlich mit dabei, wenn das Kreuz geschlagen und aus dem Wald geholt wird. Gleiches gilt für seine drei Kinder. Die treffen ihre Freunde und Lehrer, ihre Nachbarn und Vereinskameraden wieder. Ein großes „Hallo“ an allen Ecken und Enden. Die Kinder sind begeistert, und auch Jeanette und Stefan Schattenberg freuen sich über die vielen Menschen, die sie hier wieder treffen.

„Wir werden natürlich auch das Osterfeuer genießen. Am Montag geht es dann zurück nach Bayern.“ Im kommenden Jahr wird Familie Schattenberg wieder in Attendorn dabei sein. Ehrensache!
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Über Generationen dabei ist Familie Schneider. Während Vater Florian Schneider gerade hilft, das Kreuz der Ennester Pote zum Marktplatz zu bringen, achten neben Mutter Svenja die Großeltern Helmut und Birgit Schneider auf die Kinder Kilian und Janne. Die schauen mit großen Augen zu und sind begeistert. Helmut Schneider gehört von Geburt an zur Waterpoote.

„Doch dann haben wir im Schwalbenohl gebaut und die nächste Generation ist Mitglied in der Ennester Pote“, erklärt Helmut Schneider. Doch egal, welche Porte, die Schneiders lieben ihr Ostern in Attendorn und sind vom Semmelsegnen bis zum Osterfeuer mit den beiden Enkelkindern überall dabei. „Man muss dieses Tradition weiter geben“, sind sie sich einig. „Das ist etwas Besonderes, und es macht jede Menge Spaß.“
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„Etwas ganz Besonders“ ist das Attendorner Osterbrauchtum auch für Elvira Wienkotte. Sie kommt gebürtig aus Dortmund und wohnt derzeit temporär in Attendorn. Zusammen mit Thomas Schindel und dessen Sohn Lennart (11) genießt sie nun schon zum vierten Mal Ostern in Attendorn. „Dieses Aufrechterhalten einer Tradition ist einmalig“, versucht sie zu erklären, was sie so fasziniert. „Wenn man beim Semmelsegnen über die Menschenmasse schaut, die ihren Semmel in die Luft halten, dann bekommt man schon eine Gänsehaut.“ Auch sie haben ihre Semmel segnen lassen. „Jetzt ist ein Teil des Semmels noch im Rucksack, der andere im Bauch“, lacht sie.

Wie viele hundert andere Besucher ist sie nach der Segnung mit in den Stadtwald gegangen, um beim Fällen des Osterkreuzes dabei zu sein. „Ostern machen wir dann eine Rundreise über die Köppe und schauen uns Attendorn aus allen vier Perspektiven an“, freut sich die Dortmunderin auf Ostersonntag. „Dann wünschen wir allen Porten: Guet Füer.“
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