Schwache Konjunktur, hohe Kosten: Viega baut in Attendorn 81 Stellen ab
Aufhebungsverträge angeboten
- Attendorn, 19.05.2026
- Wirtschaft
Attendorn. Das Unternehmen Viega passt die Strukturen an seinem Hauptsitz in Attendorn an. In diesem Zuge werden 81 Stellen abgebaut. Das hat das Unternehmen am Dienstagvormittag, 19. Mai, bekanntgegeben. Betriebsrat und Geschäftsführung haben sich nach Firmenangaben auf sozialverträgliche Lösungen verständigt.







„Grund für diese Entscheidung ist der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit bei anhaltend schwacher Konjunktur und steigenden Kosten. Gleichzeitig richtet Viega zentrale Bereiche effizienter aus. Produktion, Fertigungssupport und Logistik bleiben von diesen Maßnahmen unberührt.“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Angesichts steigender Kosten, volatiler Rahmenbedingungen und einer gedämpften Nachfrage sei man gezwungen, die Kostenstruktur anzupassen. Externe Faktoren wie geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise und der anhaltende Druck auf den deutschen Wohnungsbau hätten nachhaltigen Einfluss auf die gesamte Sanitär- und Heizungsbranche. „Um diesen Herausforderungen aktiv zu begegnen, ist eine flexiblere und dynamischere Aufstellung notwendig.“

Zudem sei das Unternehmen am Hauptsitz Attendorn über Jahre hinweg überproportional gewachsen und die Personalstärke liege deutlich über dem, was das Geschäftsvolumen erfordert. In einigen Bereichen bestehe ein Personalüberhang. Der Schwerpunkt des Stellenabbaus umfasst Arbeitsplätze am Stammsitz des Unternehmens. Den betroffenen Mitarbeitenden werden Aufhebungsverträge zu sehr guten Konditionen angeboten.
Alle Mitarbeitenden am Standort Attendorn wurden am Dienstagmorgen über die Maßnahmen informiert. „Diese Entscheidung ist uns sehr schwergefallen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen sind die Maßnahmen jedoch notwendig“, sagt Markus Brettschneider, CEO der Viega Group. Franz Viegener, Co-Vorsitzender des Viega Gesellschafterausschusses, ergänzt: „Unser Hauptsitz Attendorn ist und bleibt das Herz unseres Unternehmens. Daran halten wir fest.“

Viega passt nicht nur die Personalstruktur an, sondern richtet auch zentrale Bereiche effizienter aus. „Damit legen wir die Grundlage dafür, dass Viega die Zukunft aus einer Position der Stärke heraus gestalten kann“, erklärt Markus Brettschneider und betont, dass alle geplanten Investitionen in die bestehenden deutschen Werke in Südwestfalen und Thüringen weiterverfolgt werden. Genauso wie im saarländischen Kirkel, wo das Unternehmen aktuell einen neuen Produktionsstandort aufbaut.
Die IG Metall war an den Gesprächen zum Stellenabbau nicht beteiligt. Das erklärte der IG Metall-Bevollmächtigte André Arenz auf Anfrage von LokalPlus. „Das ist schade, denn wir hätten gerne unsere Expertise eingebracht“, sagte Arenz. Er kündigte an, die Gewerkschaft stehen den vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern auf Wunsch beratend zur Seite.
