Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums besuchen Gedenkstätten in Danzig
Erinnern, gedenken und Verantwortung übernehmen
- Attendorn, 28.09.2026
- Schule & Bildung
Attendorn/Danzig. 20 Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums haben sich in der AG Erinnerungskultur intensiv mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und seiner Bedeutung für die heutige Zeit beschäftigt. Zu Beginn des Schuljahres begaben sich die Jugendlichen auf eine Exkursion zu Gedenkstätten in und um Danzig.

Die Schüler besuchten zunächst die Halbinsel Westerplatte, wo durch den deutschen Überfall der Zweite Weltkrieg begann. Das dortige Denkmal erinnert an den mutigen Widerstand der polnischen Soldaten und enthält auch den Namen des polnischen Postamtes in Danzig auf das nahezu zeitgleich ein Angriff erfolgte, bei dem alle Beschäftigten erschossen wurden.

Ein bewegender Aufenthalt im Wald bei Szpęgawski erwartete die Gruppe am nächsten Tag. Hier befinden sich die Massengräber von etwa 5.000 bis 7.000 Menschen, zumeist aus dem polnischen Bildungsbürgertum, die von den deutschen Besatzern zu Kriegsbeginn ermordet wurden. Mit einem stilisierten Wald aus Betonsäulen wird der Opfer gedacht.

Die Exkursion führte die Schüler zur Gedenkstätte Stutthof. Das Konzentrationslage diente der Vernichtung von Inhaftierten durch harte Arbeit in Verbindung mit Unterernährung und Krankheiten. Dennoch wurden auch hier Vergasungen durchgeführt, zunächst in einer Gaskammer, dann zur Verschleierung des Geschehens in einem Zugwaggon im Wald. In der Realität an dem Ort zu stehen, an dem so viele Menschen brutal ermordet wurden, sogar noch Überreste von Knochen und Asche zu sehen, löste tiefste Betroffenheit aus.





Ein Besuch im Solidarność-Museum in Danzig, das die Geschichte der Gewerkschaft und der Bürgerbewegung in Mittel- und Osteuropa dokumentiert, rundete das Programm ab. Hier erfuhren die Jugendlichen, wie sich die Politik in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg weiterentwickelte und was zum Ende des Kommunismus führte.
