Riesiger Andrang in der Wagenbauerhalle in Attendorn

Kattfiller


  • Attendorn, 26.01.2019
  • Von Barbara Sander-Graetz
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Volles Haus beim Tag der offenen Tür in der Wagenbauerhalle. von Barbara Sander-Graetz
Volles Haus beim Tag der offenen Tür in der Wagenbauerhalle. © Barbara Sander-Graetz

Attendorn. Zum Tag der offenen Tür hatten am Samstag, 26. Januar, die Wagenbauer der Karnevalsgesellschaft Attendorn „Die Kattfiller“ und der Förderverein Straßenkarneval in die Wagenbauerhalle geladen. Hunderte Besucher kamen um zu sehen, wie die Motiv- und Gesellschaftswagen, die beim Veilchendienstagszug in der Hansestadt durch die Stadt ziehen, gebaut werden.


Thomas Dolanc, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Straßenkarneval, führt einzelne Gruppen durch die Wagenbauerhalle. Er weiß eine ganze Menge über die Wagen und deren Erbauer zu erzählen. Im Gegensatz zu den karnevalistischen Hochburgen am Rhein sind die Motive in Attendorn kein Geheimnis.
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So bauen die Roten Funken in diesem Jahr den Wagen des Kinderprinzen neu. Als Vorlage dient ein Wagen, die den Erbauer im Internet gefunden haben. „Das ist schon recht sportlich, was sich die Burschen da vorgenommen haben“, lacht Thomas Dolanc. „Doch sie werden das schaffen. So wie sie es jedes Jahr geschafft haben.“ Besonderes Highlight: Ein fliegender Roter Funke. Daneben steht der Wagen des Kinderelferrats. Er ist treppenförmig angelegt, damit der Kinderelferrat gesehen wird und sehen kann.
Lebensdauer: drei Jahre
„Durchschnittlich halten die Wagen drei Jahre“, weiß Thomas Dolanc. „Dann werden neue gebaut.“ Das gilt auch für die Prinzenwagen. In diesem Jahr wird noch der „Streampunk“ Wagen zu sehen sein. Ein Meisterwerk, was anfangs durch seinen Totenkopf an der Spitze auch einige Kritiker auf den Plan reif. „Doch der perfekt gebaute Wagen sucht seinesgleichen“, ist sich auch der Fachmann sicher.

Nebenan wird natürlich das Thema Bürgermeister und Fahrradsturz auf die Schippe genommen. Mit dabei auf dem Wagen: Ordnungsamtsleiter Karl-Josef Hammer. Aber auch der Dieselskandal und die 80er Jahre mit ihrem Zauberwürfel sind Motive für den Umzug 2019.
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26 Motiv- und Gesellschaftswagen werden in der Halle gebaut. „Das ist aber auch die Grenze“, erzählt Thomas Dolanc weiter. Seit genau 20 Jahren wird in der KG eigenen Wagenbauhalle im Gewerbegebiet Donnerwenge gesägt, gedrahtet, geklebt und gemalt. Zuvor waren die Kattfiller im Gewerbegebiet Biggen zu Hause. Im vergangenen Jahr stellten die Wagenbauergruppe „Die Unbegreiflichen“ ihre Arbeit ein und auch die Konfettikanone wurde aus Sicherheitsgründen abgebaut. Somit wurden zwei Plätze in der Halle frei. Diese belegen zurzeit die Ennester Karnevalisten und das Männerballett Ihnetal. Letztere bauen aufgrund ihres 40. Geburtstages in diesem Jahr zum ersten Mal einen Wagen.
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„Einen eigenen Wagen zu bauen, bedeutet viel Arbeit“, weiß der Experte. Schon im Oktober geht es los. Ist Karneval früh im Jahr, wird gerade mal für die Bescherung am Heiligenabend die Arbeit unterbrochen. „In diesem Jahr haben wir erst im März dem Umzug, aber die Arbeiten laufen seit November auf Hochtouren.“

Wie in jedem Jahr werden auch alle Wagen fertig sein. Mancher legt noch bis zur letzten Minute Hand an, andere können sich schon einige Zeit zuvor zurücklehnen. Aber allen ist eins gemeinsam: Wagenbauen macht Spaß.
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