„Neue Ergebnisse“: Attendorner Heimatverein präsentiert Jahresheft
Nationalsozialismus und Vereinschronik
- Attendorn, 19.08.2026
- Verschiedenes
Attendorn. Mit 162 Seiten Inhalt ist das jetzt vorliegende Jahresheft des Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn das bisher umfangreichste Mitteilungsblatt, welches der Verein in den vergangenen 49 Jahren publiziert hat. Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf der Zeit des Nationalsozialismus.

In ihrem Vorwort schreibt die erste Vorsitzende Gabriele Schmidt: „Wir freuen uns, Ihnen hier erstmalig neue Ergebnisse der Forschung zu diesem Thema aus Vereins- und Stadtarchiv präsentieren zu können.“




Das Schwerpunktthema „Attendorn im Nationalsozialismus“ eröffnet der aus der Hansestadt stammende Historiker Markus Köster mit einem lesenswerten und gut bebilderten Bericht über „1945 – Kriegsende und Neuanfang in Attendorn“. Darin schildert Köster den verheerenden Bombenangriff vom 28. März 1945, den nicht kampflosen Einmarsch der US-amerikanischen Truppen, das Elend und die Befreiung der vielen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie den schwierigen Neuanfang nach dem zerstörerischen Weltkrieg.

Augenzeugenberichte und historische Bilder des Attendorner Verlegers Theodor Frey geben einen realistischen Einblick in die dramatischen Ereignisse dieser Zeit. Eine kleine Sensation ist ein Foto des alliierten Oberbefehlshabers und späteren US-Präsidenten Eisenhower am 12. April 1945 in Attendorn.
Jürgen Meise hat einen genauen Blick in die Akten des Entnazifizierungsausschusses der Stadt geworfen und die „Entnazifizierung 1946 bis 1949“ eingeordnet. In Attendorn (Stadt) mussten sich 1.305 Personen der Entnazifizierung unterziehen, davon 281 Frauen. Das sind rund 15 Prozent der Bevölkerung des Jahres 1950. Die Arbeit der Ortsausschüsse, die hauptsächlich mithilfe von Fragebögen erfolgte, war nicht frei von Spannungen. Es gab immer wieder Rücktritte und Kritik an Entscheidungen der oberen Instanzen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der ebenfalls von Jürgen Meise verfassten Vereinschronik des 1898 gegründeten Vereins für Orts- und Heimatkunde. Der erste Teil wird in diesem Heft veröffentlicht. Weitere Berichte zu geschichtlichen und heimatkundlichen Bereichen sowie ein Rückblick auf das Vereinsleben 2025 vervollständigen das Heft.
Das Jahresheft ist für Mitglieder des Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn kostenlos sowie im Stadtarchiv und im örtlichen Buchhandel für zehn Euro erhältlich.
