Nach Modernisierung: Attendorns „Hauptschlagader“ ist fit für Energiewende
Arbeiten an Umspannwerk beendet
- Attendorn, 24.09.2026
- Verschiedenes
- Von Jana Becker
Attendorn. Ein Bagger auf einer Wiese an der Umgehungsstraße erinnert noch an die Arbeiten, die hier gerade erst beendet wurden. Die Umspannanlage, die Haushalte in Attendorn und Umgebung mit Strom versorgt, ist modernisiert worden. Ein kleines, unscheinbares Gebäude, das nicht weniger ist als die „Hauptschlagader des Attendorner Stromnetzes“, wie Ingo Erhardt, Geschäftsführer der Bigge Energie, bei der Begehung am Donnerstag, 24. September, sagt.

Die Erneuerung der Umspannanlage in Attendorn beschäftigt Bigge Energie bereits seit 2020, so Ingo Erhardt. Die Energiewende und der zunehmende Strombedarf seien unter anderem ausschlaggebende Gründe gewesen, weshalb man dieses Projekt angegangen sei.
Dieses Projekt bedeutet konkret: Im Rahmen eines Umbaus wurden neue Schaltfelder errichtet und Netzanschlüsse realisiert. Die Leistung des Umspannwerkes konnte somit von 45 auf 54 MVA (Megavoltampere) gesteigert werden. Damit können mehrere tausend Haushalte in Attendorn mit Strom versorgt werden. Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, wurden zudem weitere Schaltfelder für zukünftige Erweiterungen vorgesehen.

Für diese Ergebnisse wurden insgesamt 8.500 Meter neue 10-kV-Kabel verlegt. Die verlaufen unterirdisch, etwa vier bis fünf Meter unterhalb der Erdoberfläche. Deshalb waren Tiefbauarbeiten erforderlich, bei denen etwa 2.500 Kubikmeter Boden bewegt wurden.
Besonders anspruchsvoll sei bei der Kabelverlegung die Querung zweier Gewässer, Ihne und Eckenbach, sowie einer Bahntrasse gewesen. Dafür seien beispielsweise bei der Ihne im Oktober vergangenen Jahres 40 Schutzrohre in offener Bauweise verlegt worden.
Das ursprüngliche Gebäude an der Umgehungsstraße aus 1985 ist hingegen bestehen geblieben, wurde entkernt und neu eingerichtet. Die ersten Vorarbeiten für das Projekt begannen 2021. Konkretisiert wurde das Vorhaben dann im Frühjahr 2025.





Über das Umspannwerk werden ebenso private Haushalte der Attendorner Innenstadt und Neu-Listernohls, aber auch das Café am See in Sondern und Industriegebiete wie Ewig und zukünftig auch Fernholte versorgt. Heute schon angeschlossen sind zum Beispiel Mubea, das Krankenhaus, Viega, Beulco und viele mehr. „Diese Umspannanlage ist die Hauptschlagader des Attendorner Stromnetzes“, fasst Ingo Erhardt zusammen.

Die zukünftige Versorgung des Gewerbegebiets Fernholte sei ein weiterer Grund für die Modernisierung der Umspannanlage gewesen. Außerdem war in der alten Anlage eine Schalttechnik verbaut, die seit 2026 schrittweise verboten wird. „Wir wären sowie gezwungen gewesen, die Schalter auszutauschen, da haben wir gleich alles angepackt“, erklärt Erhardt.

Die Modernisierung hat insgesamt 3,6 Millionen Euro gekostet, 1,7 Millionen Euro davon allein die Schaltanlage. „Das ist eine echte Hausnummer“, kommentiert Ingo Erhardt die Summe.
„Das wirft ein Schlaglicht auf die Investitionen, die in die Stromversorgung gesteckt werden, um die Energiewende bewerkstelligen zu können“, so Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil, der bei der Begehung dabei war.
Um der Energiewende und dem wachsenden Strombedarf gerecht zu werden, müsse Bigge Energie laut Ingo Erhardt bis zum Jahr 2045 100 Millionen Euro investieren. „Das ist eine Herkules-Aufgabe. Umso erfreulicher, dass nun der erste Schritt getan ist“, so Christian Pospischil.
