Mutmaßlicher Suizidversuch: Angeklagte Mutter in Attendorn gefunden

Verdacht: Kohlenmonoxid-Vergiftung durch Holzkohlegrill


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Die Attendornerin, die jahrelang ihre Tochter vor der Öffentlichkeit versteckt und im Haus festgehalten haben soll, hat vermutlich versucht, sich das Leben zu nehmen. von privat
Die Attendornerin, die jahrelang ihre Tochter vor der Öffentlichkeit versteckt und im Haus festgehalten haben soll, hat vermutlich versucht, sich das Leben zu nehmen. © privat

Attendorn. Die Attendornerin, die jahrelang ihre Tochter vor der Öffentlichkeit versteckt und im Haus festgehalten haben soll, hat vermutlich versucht, sich das Leben zu nehmen.


Die Nachricht jagt am Donnerstag, 15. Januar, durch die Medien: Großeinsatz am Wohnhaus der Familie, die jahrelang ein Mädchen im Haus versteckt haben soll. Auf LP-Anfrage erklärt Polizei-Pressesprecher Thorsten Scheen: „Mutter und Großeltern waren am Morgen nicht beim Prozess vor dem Landgericht in Siegen erschienen. Daraufhin wurde angeordnet, sie polizeilich vorführen zu lassen.“

Im Wohnhaus in Attendorn habe man die Großeltern angetroffen. Im weiteren Verlauf habe man die Mutter in ihrem Teil des Hauses „in einem medizinisch kritischen Zustand gefunden“, so Scheen. Ursächlich dafür könne ein angezündeter Holzkohlegrill und eine daraus resultierende Kohlenmonoxid-Vergiftung sein. Scheen: „Gegebenenfalls selbst herbeigeführt.“

Mit Hubschrauber in Klinik geflogen

Soll heißen: Die Vermutung liegt nahe, dass die Frau versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Trotzdem werde in alle Richtungen ermittelt, betonte Thorsten Scheen. Zum Zustand der Frau konnte er keine weiteren Angaben machen. Sie wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen.

Christian Schnatz, Pressesprecher der Feuerwehr Attendorn, teilt auf LokalPlus-Anfrage mit, dass der Einsatz für die Feuerwehr am Wohnsitz der Angeklagten mittlerweile beendet sei. Nachdem Gasmessgeräte hier ausgelöst hatten, sei die Feuerwehr alarmiert worden, um Amtshilfe für die Polizei zu leisten. Vor Ort seien circa 15 Einsatzkräfte mit zwei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter gewesen.

Nächster Verhandlungstag am 4. Februar?

Das Verfahren vor der 2. großen Strafkammer konnte angesichts der Geschehnisse am Donnerstag, 15. Januar, nicht wie geplant mit der Verlesung der Anklageschrift fortgesetzt werden. Eine Sprecherin des Landgerichts erklärte auf LP-Anfrage, dass die für den 20. und 22. Januar terminierten Verhandlungstage gestrichen worden seien.

Als nächster Verhandlungstag ist jetzt der 4. Februar vorgesehen – falls die Hauptangeklagte dann verhandlungsfähig ist. Falls nicht, droht eine weitere Verzögerung des Prozesses.

Anmerkung

Unsere Redaktion berichtet normalerweise nicht über Suizide oder Suizidversuche. Eine Berichterstattung erfolgt in diesem Fall ausschließlich im Zusammenhang mit dem Prozess, der für großes öffentliches Interesse sorgte.

Wenn Sie selbst in Not sind oder sich Sorgen um jemanden machen, erreichen Sie die Telefonseelsorge unter Tel. 0800 / 111 0 111 oder Tel. 0800 / 111 0 222.

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