Kunstprojekt „Shalom Attendorn 2018“: Acht Kunstwerke dauerhaft im Rathaus
Dauerausstellung „We remember“
- Attendorn, 21.04.2021
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Attendorn. Die Ergebnisse des Kunstprojektes „We remember“ haben einen Platz als Dauerausstellung im Rathaus der Hansestadt Attendorn gefunden. „We remember“, zu deutsch „Wir erinnern“, war ein besonderer und nachhaltiger Beitrag der international beachteten Veranstaltungsreihe „Shalom Attendorn 2018“, die die Initiative „Jüdisch in Attendorn“ aus Anlass des 80. Jahrestages der Novemberpogrome 1938 organisiert hatte.

Das Kunstprojekt wurde im Rahmen der Jugendkulturnacht NRW 2018 vom Jugendzentrum Attendorn ausgerichtet. Für die künstlerische Vorbereitung und die praktische Umsetzung mit den Jugendlichen waren Marlies und Jan Backhaus verantwortlich. Bei dem Projekt erinnerten acht junge Attendorner an jüdische Kinder ihrer Heimatstadt, die in der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben wurden.

Sie gestalteten eine virtuelle Patenschaft in Fotocollage und Malerei. „Vor einem gemalten Bild stehen sich unsere Gesichter gegenüber und überspringen die Geschichte. Wir erinnern uns an euch. Wir sehen eure Fotos und stellen uns vor, dass wir hätten Freunde werden können“, erläutert Marlies Backhaus die Grundidee des Projektes.

Am Projekt waren unter anderem Lea Wiethoff, Viktoria Korte, Max Lubowietzki, Pauline Hillesheim und Anna Orsini vom Jugendzentrum Attendorn als Mitinitiatorin beteiligt. Aus den Händen der beteiligten Jugendlichen und der Organisatoren nahm Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil vor einigen Tagen die acht Kunstwerke entgegen.
Diese werden ab sofort einen festen Platz als Dauerausstellung im „Schulamtsflur“ im ersten Obergeschoss des Rathauses bekommen. Hier kann auch die von Marlies Backhaus gestaltete Ausstellungsbroschüre kostenlos mitgenommen werden. Christian Pospischil stellt fest: „Auch drei Jahre später sorgen die eindrucksvollen Bilder und die Idee der virtuellen künstlerischen Partnerschaften zwischen den Generationen noch immer für reichlich Gänsehaut. Die Bilder sind bei uns im Rathaus bestens aufgehoben, denn hier werden sie gesehen und beachtet.“

Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine von der Initiative „Jüdisch in Attendorn“ bedankten sich ebenfalls bei allen Beteiligten: „Die emotionalen Reaktionen der Angehörigen der früheren jüdischen Familien Attendorns beim Anblick der Bilder vor drei Jahren werden wir niemals vergessen. Dieses nachhaltige Projekt ist und bleibt sehr wertvoll.“
Da während der Corona-Pandemie die Besuchsmöglichkeiten im Rathaus sehr eingeschränkt sind, können die Kunstwerke auch auf der Homepage der Initiative „Jüdisch in Attendorn“ angeschaut werden. Zudem stehen hier die Ausstellungsbroschüre zum kostenlosen Download sowie der projektbegleitende Film des Attendorner Filmemachers Jan Backhaus bereit.
