Konzertlesung „Zwischen Start und Ziel“
Wolfgang Niedecken mit Solo-Programm in der Stadthalle
- Attendorn, 08.11.2025
- Kultur
- Von Catriona Rath
Attendorn. Eine Konzertlesung mit besonderer Atmosphäre bot Wolfgang Niedecken zusammen mit seinem Pianisten Mike Herting am Freitagabend, 7. November, den 650 Besuchern in der Stadthalle in Attendorn. Mit seinem Programm „Niedecken zwischen Start & Ziel - Lieder und Geschichten aus dem Leben“ gab er den Gästen einen Einblick in seine Geschichte, untermalt von ausschließlich autobiographischen Liedern aus seinem Repertoire.

„Hallo Attendorn. Nur fast 43 Jahre später. Ist heute jemand hier, der von vor 43 Jahren bei unserem BAP Konzert auch hier war?“, fragte Wolfgang Niedecken zu Beginn der Konzertlesung in die Runde und einige Besucher zeigten begeistert auf und jubelten. Diesmal war er jedoch nicht mit seiner Band BAP dort, sondern mit seinem Pianisten Meik Herting.





Niedecken zog das Publikum mit seiner angenehmen und entspannten Vorlesestimme direkt in seinen Bann. Er begann bei seiner Lesung mit seinem Vater Josef Niedecken und wie dieser damals geschiedene Mann mit Sohn, Wolfgangs Halbbruder Heinz, seine spätere Kölner Ehefrau und Wolfgangs Mutter, Hubertine (Tinny) Platz getroffen hat.


Nach dem Tod seiner Mutter verarbeitete er ihre Lebensgeschichte in seinem Song „Chippendale Desch“. „Ich habe sie in meinem Lied übrigens in Eva umgetauft. Hubertine klingt irgendwie zu prosaisch,“ erklärte Niedecken und bekam Lacher des Publikums.
Wolfgang Niedecken las unter anderem aus seiner Autobiographie „Für`ne Moment“, die er zusammen mit Oliver Kobold geschrieben hatte, und Textpassagen aus seinen weiteren diversen Büchern, mit Geschichten aus seinem Leben, wurden anschließend von einem seiner autobiographischen Songs untermalt.

So spielten Niedecken (Gesang und Gitarre) und Herting (Flügel) Lieder wie unter anderem „Maat et joot“, „Für Maria“ und „All die Aureblecke“. Niedecken entführte die Besucher in viele Bereiche seines aufregenden Lebens, in die schönen, aber auch schweren Momente, wie auch in die Zeit nach seinem Schlaganfall im Jahre 2011.
Im Urlaub mit seiner Frau Tina sei ihm die erste Textzeile und auch der Titel „Zosamme alt“ in den Sinn gekommen. Denn er wünscht sich, dass er auch mit seiner Frau „seinem Engel“, wie es auch im Song heißt, weiterhin zusammen alt werden darf.

Der Künstler brachte sein Publikum zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken. Er bot ihnen in den rund drei Stunden einen abwechslungsreichen, kurzweiligen und bewegenden Abend mit tiefen Einblicken in sein Leben.
