Keine Fast Food-Kette für Attendorn

Hauptausschuss mehrheitlich dagegen


 von Barbara Sander-Graetz
© Barbara Sander-Graetz

Attendorn. Die Ansiedlung eines namhaften Fast Food-Betreibers (Mc Donalds, Burger King, KFC etc.) in der Hansestadt Attendorn ist ad acta gelegt. Mehrheitlich (7:5 Stimmen) votierten die Mitglieder des Hauptausschusses am Mittwochabend, 30. Oktober, für die Beschlussvorlage der Stadt, mit Systemgastronomie-Betrieben in Kontakt zu treten, die Aspekte der Nachhaltigkeit und eine gesündere Ernährungsweise berücksichtigen.


Damit ist der Antrag der SPD-Fraktion, die Ansiedlung eines namhaften Fast Food Betreibers in der Hansestadt zu prüfen und gegebenenfalls Verhandlungen zur Realisierung aufzunehmen vom Tisch.

Der Abstimmung ging eine kontroverse Diskussion voraus. Wolfgang Teipel, Fraktionsvorsitzender der CDU: „Die CDU spricht sich klar und deutlich gegen den vorliegenden Beschlussvorschlag aus. Gerade sei Attendorn erneut mit dem Siegel einer Fairtrade-Stadt ausgezeichnet worden. Teipel stellte in Frage, dass man sich als Fairtrade-Stadt für ökologisch mehr als bedenkliche Fast-Food-Ketten aussprechen könne.
Geld für den Prüfantrag sparen
Teipel weiter: „Wer aus ökologischen, klimapolitischen oder auch pädagogischen Gründen eine solche Kultur grundlegend ablehnt, der muss nicht zuvor noch Geld für einen Prüfantrag von Ansiedlungsmöglichkeiten für Fast-Food-Betreiber einstellen."

Marius Becker (FDP/Die Grünen) zeigte sich irritiert, da die Diskussion bereits 2011 geführt worden sei. „Im Eckenbachtal wäre noch Platz“, scherzte Becker und machte deutlich: „Das möchten wir auch im Ansatz nicht.“ Das Ergebnis seiner Gespräche mit Jugendlichen habe ergeben, dass sie den „Müll“ nicht wollen. „Unsere Aufgabe ist es, regionale Betriebe zu unterstützen.“
Systemgastronimie würde Stadt beleben
Gregor Stuhldreier (SPD): „Es kommt, wie es kommen musste. Der Antrag der SPD löst Diskussionen aus, was mir auf den Keks geht. Es ist ganz schön heuchlerisch.“ Stuhldreier machte anhand von Zahlen deutlich, dass Fast Food-Ketten bei einer täglichen Frequentierung von 2,2 Millionen Gästen herunter gerechnet auf Attendorn rund 600 Besucher täglich hätten, was durchaus eine Daseinsberechtigung sei.

Stuhldreier: „Jeder Systemgastronom, auch zwei oder drei, würde die Stadt beleben und die heimischen Gastronomen nicht in die Pleite treiben.“

Bürgermeister Christian Pospischil machte darauf aufmerksam, dass es aus der Bevölkerung Wünsche gebe, die es zu berücksichtigen gelte, und machte darauf aufmerksam, dass Systemgastronomie nicht nur negativ behaftet sei. Der Bereich Convenience wachse auch stetig an.
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