Kein Stadtfest 2027: Attendorn reduziert Kulturprogramm
Anwohnerparken wird teurer
- Attendorn, 01.10.2026
- Kultur , Politik
- Von Jana Becker
Attendorn. Das Attendorner Stadtfest findet nur noch alle zwei Jahre statt. Das hat der Attendorner Rat einstimmig beschlossen. Diese Entscheidung hat jedoch bei der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 30. September, für Diskussion gesorgt.

In der Beschlussvorlage heißt es, dass Stadtfest stelle die kosten- und personalintensivste Veranstaltung im städtischen Veranstaltungskalender dar. Um sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen zu sparen, soll das Stadtfest deshalb nicht mehr jährlich veranstaltet werden. In den Jahren ohne Stadtfest würde die Stadt Attendorn so 50.000 Euro sparen.
Zusätzlich zu dem neuen Rhythmus wird das Konzept der Festivität überarbeitet. Die Veränderungen hätten neben der Einsparung weitere Vorteile: Das Stadtfest soll dadurch wieder einen besonderen Charakter bekommen, sodass die Vorfreude bei den Attendornern gesteigert wird.

Vereine und andere Organisation erhoffen sich zudem mehr Einsatzbereitschaft seitens ihrer Mitglieder, wenn das Stadtfest nicht jährlich stattfindet, heißt es in der Beschlussvorlage.
Uneinigkeit herrschte unter den Attendorner Fraktionen jedoch über den „richtigen“ Stadtfest-Rhythmus. Anders als in der Beschlussvorlage festgehalten, schlug Dr. Friederike Brodhun (CDU) vor, das Stadtfest nicht jedes Jahr, aber auch nicht nur alle drei Jahre zu veranstalten. Denn ohne einen festen Rhythmus wäre man flexibler.





Bei den anderen Fraktionen stieß der Vorschlag auf Unverständnis. „Die CDU sollte Farbe bekennen. Sie wollen nicht jedes Jahr, aber auch nicht alle drei Jahre. Was wollt ihr dann?“, fragte Gregor Stuhldreier (SPD).
Der Meinung schloss sich Matthias Pröll (Grüne) an: „Ihr könnt nicht immer sagen ‚Wir legen uns nicht fest‘. Wir müssen Entscheidungen treffen, das ist Politik und dafür sitzen wir hier.“
Die CDU versicherte, dass man sich nicht um eine Entscheidung drücken wolle, sondern sich Sorgen um die Einzelhändler in Attendorn mache, schlug aber schließlich vor, einen Zwei-Jahres-Rhythmus einzuführen. Ein Vorschlag, der laute Zustimmung und „Halleluja-Rufe“ erntete und einstimmig abgesegnet wurde.
Neben dem neuen Stadtfestkonzept wird auch das Theaterprogramm Attendorns reduziert. Die vier jährlichen Theaterveranstaltungen kosten die Hansestadt 50.000 Euro. Zeitgleich würden die Besucherzahlen laut Beschlussvorlage „trotz intensiver Marketingbemühungen“ zurückgehen. Deshalb wird das Theaterprogramm auf zwei Veranstaltungen pro Jahr reduziert.

Andere Kulturveranstaltungen der Stadt (Frühlingsmarkt, Hamburger Fischmarkt, Martinimarkt, Weihnachtsmarkt) werden nicht beschnitten, wobei auf eine dieser Veranstaltungen in dem Stadtfestjahr verzichtet werden soll. Der Attendorner Kultursommer bleibt kostenlos und mit drei Veranstaltungen jährlich bestehen.
Eine weitere wichtige Entscheidung betrifft die Anwohner der Innenstadt: Attendornern mit Bewohnerparkausweis für diesen Bereich (Wälle) müssen ab Donnerstag, 1. Oktober, tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Stadtverordneten beschlossen, die Gebühr vorerst auf 80 Euro jährlich bzw. etwas mehr als sechs Euro monatlich zu erhöhen.
Besitzer eines Bewohnerparkausweises könnten unter privilegierten Bedingungen parken, heißt es in der Beschlussvorlage, weshalb die Preiserhöhung angemessen sei. Der Ausweis kostet dann immer noch weniger als der günstigste Dauerstellplatz (Mühlengraben, monatlich 25 Euro), was dem Nachteil Rechnung trage, dass Attendorner mit Bewohnerparkausweis keinen Anspruch auf einen bestimmten oder jederzeit verfügbaren Stellplatz haben.
Ab 2029 findet dann eine zweite Erhöhung der Bewohnerparkausweise für die Innenstadt auf zehn Euro monatlich bzw. 120 Euro jährlich statt. Als Begründung für die zweite Erhöhung nennt die Stadt in der Beschlussvorlage das bis dahin umgesetzte Parkraumkonzept und die dann zusätzlich zur Verfügung stehenden Stellflächen.

Insgesamt zahlen Attendorner mit den Kosten für die Erstausstellung oder Verlängerung des Parkausweises dann bis 2029 100 Euro und anschließend 140 Euro jährlich.
