„Jetzt ist Handeln geboten“ – Fußgängerbrücke über L539 bleibt gesperrt

Alternative sorgt für Unmut


  • Attendorn, 03.07.2025
  • Verschiedenes , Straße & Verkehr
  • Von Jana Becker
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Die Fußgängerbrücke Neu-Listernohl, die die L 539 überquert, ist dauerhaft gesperrt. von privat
Die Fußgängerbrücke Neu-Listernohl, die die L 539 überquert, ist dauerhaft gesperrt. © privat

Attendorn. Als wäre eine Baustelle nicht genug, muss an der L539 in Attendorn bald noch eine zweite entstehen. Denn die Fußgängerbrücke, die Neu-Listernohl mit dem Biggedamm verbindet ist gesperrt und weist so erhebliche Mängel auf, dass eine Sanierung ausgeschlossen ist. Wie nun weiter vorgegangen wird und wie die Fußgänger auf die andere Straßenseite kommen, hat Manuel Vogt, Leiter des Tiefbauamts, in der Ratssitzung am Mittwoch, 2. Juli, erklärt.


Eine Begutachtung der 60 Jahre alten Brücke Ende Juni hat erhebliche Schäden zum Vorschein gebracht, wie Rebecca Arndt vom Ingenieursbüro Schmidt in der Ratssitzung berichtete.

Die Schäden an der Spann-Beton-Brücke, die den Neu-Listernohlern einen sicheren Weg über die dreispurige L539 zum Biggedamm bietet, sind so massiv, dass die Brücke aktuell gesperrt ist und bleibt. Rebecca Arndt betonte, dass nicht nur die dauerhafte Sperrung zwingend notwendig sei, sondern auch ein baldiger Rückbau der Brücke.

Die Fußgängerbrücke Neu-Listernohl, die die L 539 überquert, ist dauerhaft gesperrt. von privat
Die Fußgängerbrücke Neu-Listernohl, die die L 539 überquert, ist dauerhaft gesperrt. © privat

Die Schäden an der Brücke seien durch einen schleichenden und verdeckten Prozess entstanden und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da die Tragfähigkeit nicht nachgewiesen werden kann, so Arndt.

Wie kommen Fußgänger über die Straße?

„Der Rück- und Neubau der Brücke muss zwingend erfolgen und die Zeit drängt“, betonte Manuel Vogt, Leiter des Tiefbauamts der Hansestadt Attendorn, der die weitere Vorgehensweise den Ratsmitgliedern vorstellte.

Man habe viel überlegt, wie die Fußgänger über die Straße kommen. Der Bau des Turbo-Kreisels und die dadurch notwendige provisorische Verkehrsführung erschweren die Situation zusätzlich. Denn alternative Fußwege am Straßenrand entlang führen zu lassen, ist aufgrund des Platzmangels unmöglich.

Der Bau einer Behelfsbrücke hingegen würde eine lange Vorlaufszeit in Anspruch nehmen und hohe Kosten bedeuten. „Wir sollten den Arbeitsaufwand dann lieber in den Bau einer langfristigen Lösung stecken“, so Vogt.

Die Baustelle an der Ihnetalbrücke (L 512) in Attendorn erschwert die Situation. von Nils Dinkel
Die Baustelle an der Ihnetalbrücke (L 512) in Attendorn erschwert die Situation. © Nils Dinkel

Bliebe also nur noch eine Möglichkeit: ein Fußgängerübergang außerhalb des aktuellen Baubereichs an der Ihnetalbrücke. Dafür soll eine Treppe errichtet werden, die die Fußgänger eine Böschung herunter und dann mithilfe einer Fußgängerampel hinter der Brücke (aus Richtung Olpe kommend) über die Straße führt.

Diese Lösung würde allerdings eine zusätzliche Last für den Verkehr und einen finanziellen Aufwand bedeuten. „Und leider ist die Treppe auch nicht barrierefrei. Wir holen also nicht alle ab“, wies Manuel Vogt auf die Nachteile hin. Aber da eine weitere Nutzung der Brücke sowie ihre Sanierung ausgeschlossen sind, sei es aktuell die einzige Möglichkeit, mit der Situation umzugehen.

„Das Ergebnis ist krass“, gab Bürgermeister Christian Pospischil zu. Doch auch ein Zweitgutachten sei zu demselben Ergebnis gekommen. „Es ist also eindeutig. Und jetzt ist Handeln geboten“, so das Stadtoberhaupt.

Lösung sorgt für Unmut

Dennoch sorgte der Lösungsvorschlag für Unmut bei den Ratsmitgliedern. Eric Pfeiffer (SPD) betonte, dass nicht nur der Rückbau, sondern auch der Neubau der Brücke schnellstmöglich erfolgen sollte: „Wir können nicht vier, fünf Jahre abwarten.“

„Die Variante ist sehr gefährlich, Fußgänger warten nicht auf gerne auf ein Signal, sie laufen einfach über die Straße“, befürchtet Wolfgang Teipel (CDU). Und auch das zusätzliche Stoppen des durch die Baustelle sowieso belasteten Verkehrs sei so gut wie unmöglich. Deshalb sprach auch er sich für einen schnelle Umsetzung des Brückenrück- und Neubaus aus. Der Meinung schlossen sich alle Fraktionen im Rat an.

Laut Manuel Vogt sähe der angestrebte Zeitplan so aus, dass bereits nach der Sommerpause eine Beschlussfassung vorliegen sollte, unter der Voraussetzung, dass die außerplanmäßigen Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Zunächst müsse man aber erst die Zustimmung der Verkehrskommision und des Landesbetriebs einholen, eine Baufirma beauftragen und die Kosten ermitteln.

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