Ist das wahr? – Acht Mythen über Antibiotika im Check
Helios Klinik Attendorn
- Attendorn, 21.11.2021
- Verschiedenes
Attendorn. Die einen nehmen sie ohne Bedenken sofort bei Infektionen ein, andere verzichten lieber darauf – Antibiotika. Wundermittel bei Krankheit oder Ursache von multiresistenten Erregern? Um Antibiotika ranken sich viele Gerüchte und Halbwahrheiten. Die Helios Klinik Attendorn hat acht Mythen rund um Antibiotika einem Wahrheitscheck unterzogen und erklärt, was stimmt und wann es sich um einen Mythos handelt.
Da Antibiotika ausschließlich bei bakteriellen Infektionen helfen, können sie bei Grippe, Erkältung, Husten oder Rachenentzündung nichts bewirken. Je mehr und häufiger die weit verbreiteten Antibiotika für die falsche Erkrankung eingesetzt werden, desto mehr werden Resistenzen gefördert. Auf keinen Fall sollte man auf Antibiotika bestehen, wenn der Arzt sie nicht verschreibt, denn dann ist es vermutlich keine bakterielle Infektion.
Die Wirkung der Pille kann während der Einnahme von Antibiotika gemindert sein. Da antibiotische Medikamente einen negativen Einfluss auf die Darmflora haben, kann dies die Aufnahme der Hormone beeinträchtigen. Dies sollte daher gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Kondome bieten einen zusätzlichen Schutz.
Ein generelles Verbot von Alkohol während der Antibiotika-Einnahme gibt es nicht. Es gibt aber einzelne Wirkstoffe, die sich mit Alkohol nicht vertragen und in der Kombination ernste Nebenwirkungen verursachen können. Wer sich unsicher ist, sollte Rücksprache mit seinem Arzt halten bzw. auf Alkohol verzichten.



Generell gilt, das Antibiotikum solange und in der Dosis zu nehmen, die vom Arzt verordnet wurde. Wer sich wieder richtig gesund fühlt, sollte mit seinem Arzt Rücksprache halten, ob die Therapie eventuell verkürzt werden kann. Unverbrauchte Reste sollten entsorgt werden.
Die Aufnahme bestimmter Antibiotika kann durch Milch oder Milchprodukte beeinflusst werden. Ein entsprechender Hinweis ist immer im Beipackzettel des Präparats zu finden. Direkte Sonneneinstrahlung sollte ebenfalls gemieden werden, weil die Haut während der Einnahme einiger Antibiotika sehr sensibel reagieren kann.
Die Aussage ist falsch. Resistente Erreger können in jeden Organismus eintreten und stellen daher ein Problem für alle dar. Prinzipiell sollte die Verordnung von Antibiotika sehr bedacht erfolgen, um falsche Behandlungen zu vermeiden. Es ist daher immer sinnvoll, die Notwendigkeit einer Antibiotikaverordnung beim Arzt zu hinterfragen. Antibiotika sollten niemals eigenmächtig abgesetzt werden.
Beim Thema Sport ist Vorsicht geboten. Der Grund für eine Antibiotika-Therapie ist eine bakterielle Infektion, die den Körper schwächt. Sport würde den Körper zusätzlich belasten und kann die Genesung verzögern oder gar einen schlimmeren Krankheitsverlauf verursachen. Zwei bis drei Tage nach der letzten Antibiotika-Einnahme kann wieder mit dem Sport begonnen werden. Zunächst sollte man es langsam angehen lassen.
Das ist falsch. Besonders bei chronischen Krankheiten, in höherem Alter, bei Stress oder bei einer schweren Infektion schafft es das Immunsystem nicht immer, gegen alle Krankheitserreger vorzugehen. Antibiotika unterstützen die körpereigenen Abwehrkräfte, indem sie Bakterien angreifen und abtöten.
