Hinrich Z. ist der älteste Häftling der JVA Attendorn
Abteilung für „lebenserfahrene Senioren“
- Attendorn, 26.08.2018
- Von Barbara Sander-Graetz
Barbara Sander-Graetz
Redaktion
Attendorn. Im offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt (JVA) Attendorn ist das Haus 1 ein besonderes Haus. Hier ist die Abteilung für „lebenserfahrene Senioren“. Inhaftierte über 55 Jahren werden hier untergebracht. 30 Haftplätze gibt es in diesem Haus. 13 sind zurzeit belegt.

Das beginnt schon mit der täglichen Arbeit. Hinrich Z. ist eigentlich Rentner, Eigentlich, denn „hier arbeite ich in der Holzabteilung. Ich hab immer was getan und wollte auch hier was machen.“ Zurzeit baut er Krippen für die Adventsausstellung. Dadurch hat sein Tag eine feste Tagesstruktur. Diese ist auch für die anderen Senioren ein wichtiger Punkt. „Wer nicht mehr arbeiten gehen kann oder muss, kann auch an anderen Maßnahmen teilnehmen“, so Irina Adrian, Justizvollzugsbeamtin und Abteilungsleiterin des Hauses.
„Wenn es keine ausreichenden Renteneinkünfte oder keine Familie gibt, die hilft, dann kann die Entlassung für lebenserfahrene Inhaftierte sehr schwierig werden“, weiß Irina Adrian. „Sozialleistungen müssen den Lebensunterhalt sichern und oftmals droht auch Wohnungslosigkeit. Hier hilft unser Sozialdienst.“
Zusammen mit den anderen Senioren teilt er sich einen Aufenthaltsraum mit Teeküche. Pro Etage gibt es ein öffentliches Telefon, denn Internetnutzung und Handys sind verboten. Duschraum und WC stehen auf jeder Etage zur Verfügung und in einem der drei Diensträume ist immer ein Ansprechpartner zu finden, der bei allen Sorgen und Problemen die erste Anlaufstelle ist.
„Das Ganze ist ein wenig wie eine Jugendherberge für alte Männer“, lacht Hinrich Z. Nur, dass man diese nicht zu jeder Zeit verlassen kann.
