Evangelische Kirchengemeinde feiert 20 Jahre Attendorner Tafel

Festgottesdienst


Sylvelin Karsunky (links) und Sabine Follmann zeigen stolz einen Teil des gespendeten Obstes und Gemüses, das anschließend verteilt wird. von Karl-Hermann Ernst
Sylvelin Karsunky (links) und Sabine Follmann zeigen stolz einen Teil des gespendeten Obstes und Gemüses, das anschließend verteilt wird. © Karl-Hermann Ernst

Attendorn. Mit einem Festgottesdienst hat die evangelische Kirchengemeinde am Sonntag, 24. März, das 20-jährige Bestehen der Attendorner Tafel gefeiert. „Das sind 20 Jahre, in denen die Gemeinde sich für Menschen in schwierigen Verhältnissen einsetzt und ihnen ganz konkret mit Lebensmitteln geholfen hat und immer noch hilft“, so Pfarrer Dr. Christof Grote in seiner Festpredigt.


„Das Jubiläum ist ein Grund zur Freude, aber auch zur Dankbarkeit, denn es ist nicht selbstverständlich, dass ein solches Engagement über eine so lange Zeit gelingt und sich immer genügend Freiwillige finden, die dafür ihre Zeit und Energie einbringen“, so Grote weiter. „Danke auch, dass immer genügend Spenden da sind, um überhaupt etwas verteilen zu können. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit und kein Selbstläufer.“ Eschreckend sei aber immer noch, dass die Tafel benötigt werde.
Vom "Butterbrot" zur Tafel
Die Attendorner Tafel hat auch eine Art Vorgänger in der Stadt. Beim Pastoren-Ehepaar Bertram bekamen Menschen, die Hilfe benötigten, immer ein „Butterbrot“.

Da das jedoch auf Dauer keine Lösung war, ganz besonders bei Familien, entschloss man sich, den Hilfsbedürftigen Lebensmittel-Gutscheine in verschiedenen Werten auszuhändigen, die bei vielen Lebenmittelhändlern eingelöst werden konnten.
Große Nachfrage
Erschrocken durch die große Anzahl der Gutscheine bot ein Eigentümer eines Supermarktes der Gemeinde an, ihr die Lebensmittel zum Verteilen an Bedürftige zu überlassen, die er aus gesetzlichen Gründen nicht mehr verkaufen könne. Das war die Geburtsstunde der Attendorner Tafel.
Einmalige Aktion
Pfarrer Dr. Grote holte sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises Plettenberg in Person von Heike Schäfer mit ins Boot und organisierte auch mit Hilfe einiger Ehrenamtlicher erstmals im Dezember 1998 – als einmalige Aktion geplant – eine Verteilung von Lebensmitteln im Jugendkeller des Gemeindehauses. Der Zuspruch war so groß, dass daraus ab Februar 1999 die regelmäßige Lebensmittelausgabe entstand.

Inzwischen gibt es neben der monatlichen Ausgabe am letzten Dienstag im Monat jede Woche eine „kleine Tafel“. Auch ein regelmäßig angebotenes, sogenanntes „Arbeitslosen-Frühstück“ ist im Rahmen der Tafel entstanden.
Bildergalerie starten
Evangelische Kirchengemeinde feiert 20 Jahre Attendorner Tafel
Die Attendorner Tafel organisiert auch Weihnachtsfeiern und Ferienaktionen für die Kinder der Hilfsbedürftigen. Die Zahl der Menschen, die zur Tafel kommen, ist immer weiter gestiegen. Vor zwei Jahren erfolgte daher auch der Umzug in das neue Begegnungs- und Sozialzentrum „lebensfroh“ an der Danziger Straße. Hier ist deutlich mehr Platz.
Lebensmittel für 500 Menschen
Inzwischen verteilten die Ehrenamtlichen bei der „großen Tafel“ Lebensmittel für etwa 500 Menschen. Mehr als 100 Besucher kommen an diesen Tagen.

Mit großem Applaus dankte die Gemeinde den fast 30 ehrenamtlichen Helfern unter der Koordination von zunächst Marlis Kinne und heute Sylvelin Karsunky für ihre Leistungen für und in der Attendorner Tafel.
Dank an Helfer und Spender
Dr. Grote wies auch darauf hin, dass eine Tafel nur funktionieren könne, wenn es genügend Spenden für diese Arbeit gebe. Ein Dank ging daher auch an die Attendorner Geschäftsleute für ihre regelmäßigen Lebensmittelspenden, aber auch denen, die durch Geldspenden die Arbeit unterstützten.

So hat man erst kürzlich - finanziert durch Spenden heimischer Unternehmen, der Sparkasse, der Volksbank sowie durch eine große Spendenaktion der „aquatherm“-Beschäftigten - ein Lieferfahrzeug anschaffen können, damit die Ehrenamtlichen nicht immer mit ihren Privatwagen die  Lebensmittel bei den Geschäften abholen müssten.
Artikel teilen: