Ergreifende Jesus-Passion auf dem „Heiligen Berg“ in Attendorn

Musical am St.-Ursula-Gymnasium


In vier ausverkauften Vorstellungen zeigte das Musical-Team des St.-Ursula-Gymnasiums „Jesus Christ Superstar“ von Wolfgang Hesse
In vier ausverkauften Vorstellungen zeigte das Musical-Team des St.-Ursula-Gymnasiums „Jesus Christ Superstar“ © Wolfgang Hesse

Attendorn. In vier ausverkauften Vorstellungen hat das Musical-Team des St.-Ursula-Gymnasiums „Jesus Christ Superstar“ gezeigt. Es war die 26. Produktion am Attendorner Gymnasium – von Ermüdungserscheinungen keine Spur.


Das Bühnenbild war radikal reduziert, nur große Baukästen wurden verschoben und kleine Requisiten eingesetzt. Dafür war das Musical ein Fest der Kostüme. Allein Judas, dargestellt von Jonas Kraft und Jost Leowald in Doppelbesetzung, wechselte achtmal das Outfit. Pelzjacke und Ledermantel, weißer Partyanzug und Fransenjacke – der Kostümfundus wurde voll ausgeschöpft.

Jesusdarsteller Lukas Hüppe ging mit seinem Spiel bis an die absolute Leistungsgrenze. Aber es war ein gelungener Coup, Julian Stöcklein kurzfristig für diese Rolle zu gewinnen. Vor genau zehn Jahren betrat er erstmals die Musicalbühne in Attendorn und ist seitdem diesem Genre treu geblieben. Gleiches gilt auch für die Referendarin Theresa Poggel, die ebenfalls vor zehn Jahren dabei war und zur Regieassistenz aufgestiegen war.

Power-Inszenierung und musikalische Höhenflüge

Im gesamten Stück war kein einziger Sprechsatz zu hören, alle Hauptdarsteller bewältigten ihre Aufgabe mit Gesang in teils herausfordernden Soli. Von einem Musical erwarten die Gäste Massenszenen mit viel Power auf der Bühne. Dem Anspruch wurden Raphaele Voß mit ihrer Inszenierung und Christoph Schulte als musikalischer Gesamtleiter mehr als gerecht. 56 Schauspielerinnen und Schauspieler, 72 Tänzerinnen und ein Tänzer machten die Bühne zum Ort eines Ereignisses.

Christoph Schulte führte am Flügel das Orchester mit 32 Musikerin zu echten Höhenflügen und zu ergreifend sanften musikalischen Passagen. Das ist umso bemerkenswerter, denn im Klangkörper waren sowohl junge Schüler als auch erfahrene Gäste und ehemalige Abiturienten. Gabus Nake am Schlagwerk leistete Schwerstarbeit und konnte nach der letzten Aufführung nur noch ermattet durchschnaufen. Der Chor mit 26 Mitgliedern war ein gut eingespieltes Ensemble mit Stimmkraft.

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In vier ausverkauften Vorstellungen zeigte das Musical-Team des St.-Ursula-Gymnasiums „Jesus Christ Superstar“

Klaus Schmalenbach als Chef der Tontechnik und Simon Wagner mit seinem Lichtteam setzten überraschende und kreative Akzente und Produzent Markus Pröll managte den Backstagebereich. Auch Kevin Risch und Pater Sebastian Springob zog es auf die Bühne. Risch als hoher Priester und Springob, abwechselnd mit Felix Schade, als Herodes.

Die vielleicht herausforderndste Rolle übernahmen Angelina Braun und Ida Kuhlmann. Sie gaben Maria Magdalena. Ihre Darstellung war geprägt von leisen Zwischentönen und dem Solo „Wie kann ich ihn nur lieben?“. Im Zuschauerraum glitzerte es feucht in einigen Augen. Die Soul-Girls setzen den Kontrapunkt zu Maria: In silbernen Minikleidchen und auf High Heels rockten sie die Bühne.

Schulleiter Markus Ratajski konnte in seiner Begrüßung auf die stressige, aber glückliche Fügung hinweisen, dass die Aufführungstermine in das Ende der christlichen Fastenzeit und in die Tage vor der Karwoche gelegt werden mussten.

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